Ritterliche Ehren im Ratskeller

UKL zeichnet 70 Blutspender und eine Blutstammzellspenderin für ihr besonderes Engagement aus

Pressemitteilung vom 28.04.2015
70 Jubiläumsblutspender des Uniklinikums Leipzig wurden am 23. April im Gewandhaussaal des Leipziger Ratskellers für ihr langjähriges Engagement geehrt. Unter anderem wurden 26 der anwesenden Spender für 25 erreichte unentgeltliche Blutspenden ausgezeichnet und 14 Spender nahmen ihre Urkunde für 40 geleistete Spenden entgegen. Das „Spitzentrio“ wurde gebildet von Volkmar Bienert mit 150 freiwilligen Vollblutspenden, dem Delitzscher Dr. Rainer Bartelt mit 350 geleistete Vollblut- und Blutplasmaspenden und dem unangefochtenen Spitzenreiter Andreas Walter aus Leipzig. Der 63-Jährige hat in rund 40 Jahren 675-mal unentgeltlich Blut- und Blutplasmaspenden geleistet.
Bild vergrößern Diese Spenderinnen und Spender wurden für 75 geleistete Blutspenden ausgezeichnet und nahmen ihre verdiente Urkunde und Ehrungsnadel entgegen.
Foto: Jens Firme
 

Bei der Veranstaltung erhielten zudem 40 weitere Gäste ein Dankeschön für ihre Unterstützung bei der Organisation von mehr als 250 Blutspende-Außenterminen, die das Institut im vergangenen Jahr in Leipzig und Umgebung durchgeführt hat. Die jährliche Veranstaltung wird traditionell von den Mitarbeitern des Instituts für Transfusionsmedizin am UKL und dem Mitteldeutschen Blutspendeverein organisiert.

Oberarzt Dr. Frank Bläser, kommissarischer Leiter des Instituts, sprach in seiner Begrüßungsrede über die Herausforderung, Menschen zur regelmäßigen Blutspende zu bewegen. Die Motive für die wiederholten ‚freiwilligen Aderlässe‘ seien mit Sicherheit vielschichtig. So spiele für viele der Glaube an den gesundheitsfördernden Effekt einer regelmäßigen Bluterneuerung eine Rolle, für manche auch das gute Gefühl, im Rahmen der regelmäßigen Blutspende eine Art Gesundheitskontrolle zu erfahren. „Der Hauptbeweggrund für die meisten dieser unermüdlich aktiven Spender ist aus meiner Sicht ganz bestimmt, dass sie einen uneigennützigen Dienst am Mitmenschen und an der Gesellschaft leisten möchten“, resümierte der 43-jährige, der seit 2002 am Institut für Transfusionsmedizin tätig ist. Er dankte im Namen aller Mitarbeiter den anwesenden Jubilaren herzlich für ihr stetes und zum Teillangjähriges Engagement für die Patienten in Leipzig und der Region.

Prof. Ilias Doxiadis, seit 2014 neuer Vorsitzender des Mitteldeutschen Blutspendevereins Leipzig, warb unter den anwesenden Gästen um neue Mitglieder. Seit 1991 bemüht sich der Verein, Blutspender zu motivieren und hat sich vor allem um die feierliche Anerkennung besonders aktiver unentgeltlicher Jubiläumsblutspender verdient gemacht.

Der Abend wurde von „Drago dem Weitgereisten“ und „Alex dem Grauen“ alias „Die Formatio Drachenpfeifer“ umrahmt. Die Spielleute boten mit Sackpfeife und Trommel rustikales Mittelalterfeeling und unterhielten die anwesenden Gäste mit traditionellen Riten und „herzlich-derber Mundart“. Mit einem zünftigen Bürgerschmaus bot das Restaurant Ratskeller auch kulinarisch den passenden Rahmen.

Als emotionaler Höhepunkt des Abends wurde der 11-jährige Moritz Kahle aus Großlehna unter dem Beifall aller Gäste von den Drachenpfeifern zum Ritter „Moritz der Tapfere“ geschlagen. Der Junge hatte 2013 die Diagnose akute myeloische Leukämie erhalten. In einer beispielhaften Aktion ließen sich damals in seinem Heimatort Großlehna über 1.200 Menschen für ihn in der Leipziger Stammzellspenderdatei registrieren. Auch seine Mutter war unter diesen Freiwilligen, obwohl sie bereits wusste, dass sie für ihren Sohn nicht hundertprozentig als Spenderin in Frage kam.

„Zum Glück konnte nur wenige Wochen später tatsächlich ein genau passender Spender gefunden werden, so dass Moritz nach der erfolgten Transplantation heute als geheilt gilt“, sagte Dr. Claudia Lehmann, Leiterin der Stammzellspenderdatei am Universitätsklinikum Leipzig, als sie die ganze Familie nach vorn rief, um seine Mutter Doris Kahle für ihre im Oktober des letzten Jahres erfolgte Stammzellspende zu ehren. Aufgrund der schweren Erkrankung ihres Sohnes hatte sie die Typisierungsaktion in Großlehna mitinitiiert, sich selbst typisieren lassen. Ein Jahr später spendete sie nun für einen fremden Patienten, für den ihre Gewebemerkmale passend waren, selbst Blutstammzellen. So war der Ritterschlag für „Moritz den Tapferen“ sehr symbolträchtig für das Anliegen dieses Abends.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Anja Grießer.