Neue Navigationssysteme am UKL optimieren Eingriffe an Kopf und Wirbelsäule

Gehirnchirurgen operieren am Universitätsklinikum jährlich über 300 Patienten mit einem Hirntumor

Pressemitteilung vom 23.04.2015
Neu im Einsatz am Universitätsklinikum sind modernste Navigationssysteme, mit denen auf den Millimeter genau manövriert und operiert werden kann. Die Experten der Neurochirurgie, der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie der Wirbelsäulenchirurgie sind mit der neuesten Generation dieser High-Tech-Systeme in der Lage, noch exakter zu arbeiten. Denn die Systeme können während der OP nicht nur auf das riesige Bild-Archiv der Radiologie zugreifen, sondern es lassen sich auch blitzschnell Ultraschall- oder Endoskopiegerät anschließen – deren Live-Bilder wiederum können mit den vor der OP angefertigten Aufnahmen verbunden werden.
Bild vergrößern Modernste Navigationssysteme unterstützen die Operateure bei neurochirurgischen Eingriffen.
Foto: Stefan Straube/UKL
 

„Dem Operateur stehen eine Vielzahl von verschiedensten Bildern zur Verfügung, die es erleichtern, im Kopf zu navigieren und den Tumor zu segmentieren“, so Dr. Dirk Lindner,  Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie des UKL. Wurden für die Herausarbeitung des Tumorumrisses früher Stunden gebraucht, sind jetzt nur noch Minuten nötig. „Die genaue Form und Lage des Tumors zu kennen, gibt dem Operateur viel Sicherheit. Und am Ende profitiert natürlich der Patient davon.“

Insgesamt drei Systeme namens Brainlab Curve Dual Display – jedes zum Preis von rund 200 000 Euro – hat das Universitätsklinikum angeschafft. Wie die Flügel eines riesigen Schmetterlings schweben zwei 26-Zoll-Displays im Operationssaal. Jeder dieser High-Definition-Bildschirme kann gleichzeitig bis zu 10 einzelne Bilder zeigen. Durch die Touchscreen-Eigenschaften kann der Operateur mit einem Fingertipp schnell und deutlich seinem Team mitteilen, wo er Handlungsbedarf sieht. Das System kann zudem mit den Mikroskopen im Operationssaal kommunizieren, so dass die Mikroskop-Aufnahmen über die Displays für alles sichtbar werden.

„Die aus meiner Sicht größten Vorteile der neuen Navigationseinheiten sind zum einen die Möglichkeit, dass Ultraschall- und Endoskopieaufnahmen während der OP eingeblendet werden können. Zum anderen überzeugen die sehr hohe Bildqualität und die zwei großen Monitore“, so Prof. Meixensberger, Direktor der Klinik für Neurochirurgie. „Zusammen mit den eleganten Navigationsfähigkeiten auf Infrarotbasis werden Eingriffe, bei denen es wirklich auf den Millimeter ankommt, deutlich optimiert. Immerhin operieren wir jährlich über 300 Patienten mit einem Hirntumor.“

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Sandra Hasse.