Europäische Impfwoche gestartet

Impflücken schließen – wichtigster und wirksamster Schutz für Kinder und Erwachsene

Pressemitteilung vom 22.04.2015
„Jeder gesunde Mensch sollte gegen alle Krankheiten geschützt sein, gegen die eine Impfung empfohlen wird“, so Prof. Dr. Volker Schuster, Leiter der Poliklinik in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Uniklinikum Leipzig. Mit Schutzimpfungen könnten Millionen schwerer Krankheits- und sogar Todesfälle durch Infektionskrankheiten verhindert werden. Dafür müssten allerdings mindestens 95 Prozent der Bevölkerung immunisiert sein, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berechnet. Deshalb sollen bei der Europäischen Impfwoche vom 20. bis 25. April Impflücken geschlossen werden. „Nur Menschen, deren Immunsystem – wegen eines angeborenen Immundefekts oder weil sie sich gerade einer Chemotherapie unterziehen – beeinträchtigt ist, sollten erst nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt die Impfungen vornehmen lassen“, sagt der Leipziger Kinderarzt.
Bild vergrößern
Foto: Stefan Straube/UKL
 

Wie Prof. Schuster betont, sind Masern, Mumps und Röteln keineswegs harmlos. „Gerade Masern, die in Berlin schon zu 1000 Erkrankungen führten, sind keine Kinderkrankheit und erst recht kein Kinderkram. Auch ungeimpfte Erwachsene können daran erkranken und dann andere anstecken. Deshalb ist es leichtfertig, den Impfschutz abzulehnen. Zumal Impfungen heute zu den wichtigsten und wirksamsten Schutzmaßnahmen gehören, die in der Medizin zur Verfügung stehen.“ Allerdings sinkt in Deutschland die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, von Jahr zu Jahr. Die Folge: Das Risiko wächst, dass längst besiegt geglaubte Infektionskrankheiten, wie die Masern, wiederkehren.

Wie der Leipziger Kinderarzt sagt, sind in armen Ländern die Menschen unendlich dankbar für jede Impfung, die sie schützt. „In unserer Gesellschaft aber ist vieles ich-bezogen. Ich glaube, damit schleicht sich auch die gesellschaftliche Verantwortung davon“, kritisiert Prof. Schuster. Natürlich habe der Mensch grundsätzlich das Recht, selbst zu entscheiden, was er tue und was er lasse. Wenn dies aber zum Nachteil anderer sei, kehre sich die Freiheit des Einzelnen um – sie werde zur Unfreiheit der anderen. „Betrachten wir die falschen Informationen der Impfgegner: Zum Beispiel diese Studie über den angeblichen Zusammenhang von Impfungen und Autismus. Sie war eine glatte Fälschung. Und der britische Arzt hat seinen Betrug damit bezahlt, dass er seine Zulassung verlor. Dennoch berufen sich Impfgegner immer noch auf diese Studie, die aus Profitgründen gefälscht wurde.“

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Sandra Hasse.