Neues Angebot der Medizinischen Berufsfachschule Leipzig findet große Resonanz

Pressemitteilung vom 01.03.2005
Mehr als 170 Anmeldungen zur ersten Fortbildungsveranstaltung der Medizinischen Berufsfachschule zum Thema ''Begleitung des sterbenden Kindes''.

Leipzig – An der Medizinischen Berufsfachschule Leipzig wird im Jahr 2005 ein eigenes Programm mit über 40 Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen für Angehörige nichtärztlicher medizinischer Berufe gestartet. Offensichtlich kam das Angebot genau zur richtigen Zeit, denn schon die erste Veranstaltung, die sich der Begleitung des sterbenden Kindes widmet, ist mit inzwischen mehr als 170 Anmeldungen übervoll.


Silke Zur, Koordinatorin für Fort- und Weiterbildung: „Ganz bewusst haben wir bei der Zusammenstellung der Themen darauf Wert gelegt, Aspekte aufzugreifen, die Therapeuten, Pflegekräften und Erziehern in der täglichen Arbeit begegnen, die bisher aber nur sehr selten thematisiert wurden. Das reicht von juristischen Aspekten wie z. B. der Patientenverfügung über den Umgang mit schwerstkranken Menschen und deren Angehörigen bis hin zur Supervision. Die Referenten scheuen sich nicht, heikle Themen anzusprechen und mit den Teilnehmern zu diskutieren. Die Teilnahmegebühren haben wir sehr moderat gestaltet – viele Veranstaltungen können schon für eine Gebühr zwischen 5,00 und 20,00 Euro besucht werden.“ Das Programm umfasse auch Rhetorikkurse, ein Seminar zu Selbstvermarktungsstrategien von Frauen, Seminare zu Fußreflexzonenbehandlung, ein Existenzgründerseminar, Weiterbildung zu den Themen „Kinästhetik“, „Basale Stimulation“ und „Pilates“. Auch hier seien die Teilnahmegebühren erschwinglich.


Die Veranstaltung „Begleitung des sterbenden Kindes“ am kommenden Sonnabend (5. März) widmet sich einem schwierigen und auch emotional anspruchsvollen Thema. Auch die moderne Medizin stößt heute noch an ihre Grenzen, wenn Kinder an Krebs erkranken oder z.B. an einer schweren Stoffwechselerkrankung leiden. Nicht immer kann eine Heilung herbeigeführt werden. Wie aber geht man mit solchen Kindern um? Wie schafft man es, den Betroffenen Kindern und deren Angehörigen Kraft zu geben, ohne falsche Hoffnungen zu wecken? Welche Belastungen muss auch das Pflegepersonal aushalten? Solche und viele weitere Fragen greifen die sieben Referenten auf, die auf Grund ihrer Ausbildung und Berufserfahrungen lebensnah berichten können. Dr. Anette Drescher, Leiterin der Medizinischen Berufsfachschule: „Es ist unser Anliegen, den Kursteilnehmern praktisches Wissen zu vermitteln und ihnen eine Möglichkeit zur Diskussion zu geben. Gera-de Themen, die jeder gern aus seinem Bewusstsein verdrängt, wie eben die Tatsache, dass es schwerstkranke Kinder gibt, beschäftigen die damit befassten Pflegekräfte und Therapeuten sehr. Sie brauchen die Möglichkeit, Erfahrungen anderer zu hören, ihre eigenen Erfahrungen zu vermitteln und sich auszutauschen. Das hilft ihnen nicht nur im Beruf sondern auch psychisch.“ Genau deshalb habe man sich Referenten gesucht, die als Seelsorgerin, Trauerbegleiterin oder Intensivmediziner für Kinder jeden Tag mit diesen Fragen konfrontiert sind. Die große Resonanz mit mehr als 170 Anmeldungen zeige, dass der Bedarf riesengroß sei, so die Schulleiterin.


Die Einnahmen der Veranstaltung „Begleitung des sterbenden Kindes“ kommen übrigens der Kinderhospizinitiative „Bärenherz“ zu Gute. Die Mitarbeiter des ambulanten Kinderhospizdienstes „Bärenherz“ widmen sich todkranken Kindern in deren letzten Tagen.



Das gesamte Fort- und Weiterbildungsprogramm, das auch Veranstaltungen für interessierte Bürger enthält, kann unter www.uni-leipzig.de/~mbfs (Unterpunkt „Information“) abgefragt oder per e-Mail an silke.zur@uniklinik-leipzig.de angefordert werden.


Hintergrund:


Die Medizinische Berufsfachschule Leipzig (MBFS) besteht seit 1951. An ihr werden zur Zeit rund 750 Schüler in den Berufen Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, Hebamme, Physiotherapeut, Diätassistenz, Medizinisch-Technische Laborassisistenz, Medizinisch-Technische Radiologieassistenz und Orthoptist ausgebildet. Beginnend mit dem Jahr 2005 organisiert die MBFS auch ein Fort- und Weiterbildungsprogramm für Angehörige nichtärztlicher medizinischer Berufe. Die MBFS ist eine Einrichtung des Universitätsklinikums Leipzig.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.