Neue Spezialsprechstunde für Neugeborene und Kleinkinder mit Schädeldeformitäten am Uniklinikum Leipzig

Pressemitteilung vom 12.03.2015
Leipzig. Am Universitätsklinikum Leipzig gibt es seit kurzem eine interdisziplinäre Spezialsprechstunde für Neugeborene und Kleinkinder mit Schädeldeformitäten. Hier werden Kinder mit Verformungen des Kopfes behandelt und kleine Patienten, bei denen es zu einem frühzeitigen Verschluss der Schädelnähte, medizinisch Kraniosynostose, gekommen ist. Dabei arbeiten am UKL die Experten der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, der Neurochirurgie und der Kinder- und Jugendmedizin eng zusammen.

„Schon seit vielen Jahren betreuen die Kliniken für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Kinderchirurgie, Neurochirurgie und Kinderheilkunde gemeinsam Kinder und später auch Erwachsene mit angeborenen Schädelverformungen. Die Kraniosynostosen und der so genannte Plagiozephalus, der Schiefkopf, haben in den letzten Jahren an Häufigkeit zugenommen, so dass diese Sprechstunde dem vermehrten Beratungs- und Behandlungsbedarf Rechnung tragen soll“, sagt Prof. Dr. Dr. Alexander Hemprich, Direktor der Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie. Gemeinsam mit Professor Jürgen Meixensberger, Direktor der Klinik für Neurochirurgie, sowie Oberarzt und Kinder-Neurochirurg Dr. Matthias Preuß behandelt er die kleinen Patienten und berät deren Eltern. Die neuropädiatrische Abteilung um Prof. Dr. Andreas Merkenschlager wird im Rahmen des ganzheitlichen Konzeptes mit einbezogen.

Die Ursachen für Verformungen des Kopfes sind vielfältig. Bei einer vorzeitigen Verknöcherung einzelner Schädelnähte können sich die Schädelplatten nicht mehr richtig weiterentwickeln – das Gehirn, welches sich ebenfalls im Wachstum befindet, dehnt sich trotzdem weiter aus. Eine anormale Kopfform ist die Folge. Aber auch eine falsche Lagerung eines Babys, das beispielsweise nur auf dem Rücken liegt, kann die Form des Kopfes ungünstig beeinflussen.

Nicht immer ist zur Korrektur ein Eingriff notwendig. „Dazu beraten wir die Eltern ausführlich und geben Empfehlungen, wie eine Behandlung aussehen könnte. Ist der Schädel beispielsweise durch Lagerungsprobleme verformt, kann das Kind einen Helm bekommen, den es für einen gewissen Zeitraum bis zu 24 Stunden täglich tragen muss“, erklärt Prof. Hemprich.

Neben dieser Helmtherapie steht die operative Korrektur der Kraniosynostosen im Mittelpunkt. Dabei stehen die Mediziner der beteiligten Fachbereiche gemeinsam am OP-Tisch, um optimale Behandlungsergebnisse für die kleinen Patienten zu erzielen. „Neben einem Eingriff am Hirnschädel sind oft auch gleichzeitig oder kurz nacheinander Eingriffe am Gesichtsschädel notwendig, weil es beispielsweise aufgrund der Schädeldeformität zu Atemproblemen kommen kann“, verdeutlicht der Mediziner die komplizierten Operationen. Je nach weiteren Beeinträchtigungen werden auch Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und Augenmediziner in die Therapie mit einbezogen.

Diese interdisziplinären Operationen können am Uniklinikum auch bei hochkomplexen und sehr seltenen Schädelmissbildungen wie zum Beispiel einem Kleeblattschädel oder einer krankhaften Vergrößerung des Kopfumfanges, dem Makrozephalus, durchgeführt werden. „Die behandelnden Ärzte können auf diesem Gebiet eine langjährige Erfahrung und wissenschaftliche Expertise vorweisen“, so Prof. Hemprich.

Dazu trägt auch bei, dass die meisten Kinder nicht nur in ihren ersten Lebensjahren am UKL betreut werden, sondern bis zum Ende des körperlichen Wachstums. Ihre Entwicklung wird dabei jährlich von den Experten kontrolliert.


Terminvereinbarung

Eine Terminvereinbarung für die Sprechstunde ist über das Sekretariat von Prof. Dr. Dr. Alexander Hemprich (Ilona Hörig) unter 0341 - 97 21100 möglich sowie über die Ambulanz der Kinderklinik unter 0341 - 97 26242.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Ines Christ.