Wissenschaftliches Symposium zum Start des Hyperbarmedizinischen Zentrums für Notfall- und Intensivmedizin Leipzig

Seit 15 Jahren Forschung zur Sauerstoff-Überdruckbehandlung am Universitätsklinikum / Leitender Branddirektor der Feuerwehr Leipzig informierte sich über Druckkammer

Pressemitteilung vom 06.03.2015
Bild vergrößern Leipzigs Oberbranddirektor Schneider (rechts) informierte sich vor Ort über die Behandlungsmöglichkeiten in der neuen HBO-Kammer am Universitätsklinikum Leipzig, deren Leistung heute und morgen im Eröffnungssymposium vorgestellt wird.
Foto: Ines Christ/UKL
 

Seit Anfang des Jahres arbeitet das Leipziger Hyperbarmedizinische Zentrum für Notfall- und Intensivmedizin - heute, am 6. März 2015, startet es auch wissenschaftlich durch: Das Eröffnungssymposium widmet sich dem breiten Spektrum an intensivmedizinisch relevanten Erkrankungen und Notfällen, bei denen eine Sauerstoff-Überdruckbehandlung zum Einsatz kommen kann. „Dazu konnten wir renommierte Referenten gewinnen, die den Stellenwert der Hyperbarmedizin bei der Behandlung komplexer Notfälle darstellen werden“, so Dr. Karsten Kluba, Ärztlicher Leiter des Zentrums und Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie.

Bei der hyperbaren Sauerstofftherapie atmet der Patient in einer speziellen Druckkammer medizinisch reinen Sauerstoff ein. Durch den Überdruck in der Kammer kann eine bis zu 20-fache Erhöhung des Sauerstoffgehaltes im Blut erreicht werden. Damit stehen nicht nur Opfern von Tauchunfällen oder Kohlenmonoxid- bzw. Rauchgasvergiftungen, sondern auch Patienten mit Gasbrand, mit diabetischem Fußsyndrom oder mit Folgekomplikationen einer Strahlentherapie neue Therapieoptionen zur Verfügung.

Der große Vorteil des Leipziger Hyperbarmedizinischen Zentrums ist: Es ist im Gegensatz zu anderen Hyperbarmedizinischen Zentren in Deutschland direkt in den Komplex des Universitätsklinikums integriert. „Die Druckkammer, das Herzstück unseres Zentrums, steht nicht irgendwo am Rande des Stadt, sondern befindet sich am Medizin-Campus“, betont Dr. Kluba. „Ob Hubschrauberlandeplatz, Zentrale Notfallaufnahme und Radiologie oder Intensivstation und Operationssäle – wir haben überall kurze Wege, wovon gerade die Notfall- und Intensivpatienten profitieren.“ Von diesen Vorteilen überzeugte sich erst gestern, am 5.März 2015, der Leiter der Branddirektion Leipzig, Karl-Heinz Schneider. Bei seinem Besuch in der Druckkammer informierte er sich darüber, welche Chancen die Hyperbarmedizin bei Kohlenmonoxid- und Rauchgasvergiftungen bietet. Denn die Sauerstoff-Überdruckbehandlung ist die schnellste Möglichkeit, tödliches Kohlenmonoxid aus dem Körper zu waschen und damit auch die gefährlichen Spätfolgen zu verhindern.

Das zweitägige Symposium wird deutlich machen, dass das Leipziger Hyperbarmedizinische Zentrum für Notfall- und Intensivmedizin auf eine langjährige, fundierte wissenschaftliche Basis verweisen kann. Seit über 15 Jahren wird am Universitätsklinikum unter Leitung des Neurologen und Intensivmediziners Prof. Dr. Dietmar Schneider geforscht, ob und wie die Sauerstoff-Überdruckbehandlung bei akuter fokaler zerebraler Ischämie (einem Schlaganfall, hervorgerufen durch die Verstopfung eines Blutgefäßes im Gehirn) wirkt.Acht Dissertationen, eine Habilitation und eine lange Reihe von wissenschaftlichen Publikationen zeugen von der wissenschaftlichen Expertise der Ärzte und Wissenschaftler, die sich seit 1998 am Universitätsklinikum Leipzig mit der Hyperbarmedizin beschäftigen. Auf Initiative der Leipziger Fachmediziner hin wurde 2011 zudem die neue wissenschaftliche Sektion Hyperbarmedizin der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) gegründet.


Eröffnungssymposium Hyberbarmedizinisches Zentrum am UKL
6. und 7. März 2015
Haus 6 und Haus 3, Universitätsklinikum Leipzig, Liebigstraße

 

 

Uwe Niemann

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.