UKL-Intensivmediziner auf schwere Grippefälle vorbereitet

Erster Patient der aktuellen Grippesaison erfolgreich mit Lungenersatzverfahren behandelt

Pressemitteilung vom 09.02.2015
Leipzig. Die Intensivmediziner am Universitätsklinikum Leipzig bereiten sich auf die beginnende Grippewelle vor. Anders als im vergangenen Jahr rechnen die Mediziner auch mit schweren Fällen, für deren Versorgung am UKL ein Lungenersatzverfahren genutzt werden kann. Der erste Grippepatient dieser Saison wurde damit bereits erfolgreich behandelt.

„Wir haben den Patienten mit einem schweren Lungenversagen aus einem anderen Klinikum abgeholt und bereits vor Ort und unterwegs mit der Behandlung mit einer ECMO, einem künstlichen Lungenersatzverfahren, begonnen“, erklärt Dr. Sven Laudi, Intensivmediziner am UKL. Das Lungenversagen war eine Folge einer Grippeinfektion mit dem Erreger H1N1, der sogenannten Schweinegrippe.

Mit Unterstützung einer kleinen Maschine, die die Lungenfunktion vorübergehend übernommen hat, konnte der Schwerstkranke gerettet werden und ist jetzt auf dem Weg der Besserung. „Bereits bei der letzten Grippewelle vor zwei Jahren haben wir mit dem Einsatz der ECMO bei schweren Grippeverläufen sehr gute Erfahrungen gemacht“, so Laudi. Jetzt bereiten sich die Intensivmediziner am UKL darauf vor, weitere schwere Grippeerkrankungen zu behandeln.

Fünf ECMO-Geräte für die sogenannte Extrakorporale Membranoxygenierung stehen dafür zur Verfügung, bei Bedarf können weitere hinzugeholt werden. Die transportable Maschine übernimmt auf Zeit die Aufgabe der Lunge, das Blut mit Sauerstoff zu versorgen. Die durch die Grippeviren angegriffene Lunge kann sich so erholen, der Organismus wird im Kampf gegen die Infektion gestärkt. „Wir haben gesehen, dass dies wirksamer ist als eine alleinige maschinelle Beatmung“, so Laudi weiter.

Das anspruchsvolle Verfahren wird nur an wenigen Zentren, darunter dem UKL, eingesetzt. Als spezialisiertes Klinikum steht das UKL dafür rund um die Uhr zur Verfügung und kann jederzeit Patienten entsprechend versorgen. „Natürlich hoffen wir, dass die Grippewelle nicht so schwer verläuft wie 2013“, so Intensivmediziner Laudi, „aber wir sind auf jeden Fall vorbereitet, wenn wir gebraucht werden.“

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.