Druckkammer hat erste Bewährungsprobe bestanden

Hyperbarmedizin hält Einzug am Universitätsklinikum Leipzig und bietet neue Therapieoptionen

Pressemitteilung vom 04.02.2015
Leipzig. Für Notfallpatienten und kritisch Kranke bietet das Universitätsklinikum Leipzig ab sofort neuartige Behandlungsmöglichkeiten mittels hyperbarer Sauerstofftherapie an. Dabei wird unter Überdruck, in einer speziellen Druckkammer, medizinisch reiner Sauerstoff geatmet. So kann eine bis zu 20-fache Erhöhung des Sauerstoffgehaltes im Blut erreicht werden.
Bild vergrößern Dr. Karsten Kluba, Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, bei der Behandlung eines Patienten in der Druckkammer, wo Patienten unter Überdruck medizinisch reinen Sauerstoff atmen.
Foto: Stefan Straube
 

„Unser Hyperbarmedizinisches Zentrum für Notfall- und Intensivmedizin hat im Januar seine Arbeit aufgenommen“, so Dr. Karsten Kluba, Ärztlicher Leiter des Zentrums und Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie. „Wir sind als einziges Hyperbarmedizinisches Zentrum in Sachsen rund um die Uhr erreichbar und natürlich auch für Ärzte anderer Krankenhäusern ansprechbar, die ihre Patienten hier mit dieser speziellen Therapie behandeln lassen wollen. Verunfallten Tauchern, Menschen mit Kohlenmonoxid-Vergiftung, mit Gasbrand, mit diabetischem Fußsyndrom oder auch mit Folgekomplikationen einer Strahlentherapie stehen bei uns neue und verheißungsvolle Therapieoptionen zur Verfügung.“

Ein schwer erkrankter Patient aus einem benachbarten Krankenhaus wurde bereits wenige Tage nach Eröffnung in der Druckkammer behandelt. „Er hatte eine lebensbedrohliche Weichteilinfektion, die nur durch das perfekte Zusammenspiel von Operateuren, Hyperbarmediziner und Intensivmedizinern zu bekämpfen ist. Der Patient wurde sofort operiert, dann in der Druckkammer behandelt und später auf der Intensivstation weiterversorgt“, berichtet Dr. Kluba. Damit haben die Druckkammer und das Hyperbarmedizinische Zentrum ihre erste Bewährungsprobe bestanden.

Die räumliche Nähe von Hubschrauberlandeplatz, Zentraler Notfallaufnahme, radiologisch-diagnostischer Abteilung, Intensivstation und Operationssälen garantiert kurze Wege für die Patienten und trägt damit entscheidend zur Risikominimierung bei. Von Vorteil sei zudem, dass für die Behandlung von Patienten im Hyperbarmedizinischen Zentrum das komplette Equipment einer modern ausgestatteten Intensivstation – einschließlich eines druckkammertauglichen Defibrillators – bereit steht. Zudem komme gerade bei schwersterkrankten Patienten die Konzentration verschiedenster, in die Versorgung involvierter Fachdisziplinen am UKL mit ihrer 24-stündigen Versorgungsbereitschaft zum Tragen. Die direkte Anbindung der Druckkammer an die leistungsfähigen Strukturen einer Universitätsklinik macht den entscheidenden Unterschied zu vergleichbaren Behandlungseinrichtungen aus.

Wie der Ärztliche Leiter des Zentrums erläutert, spielt bei einem Tauchunfall oder einer Kohlenmonoxid-Vergiftung die Zeit eine wichtige Rolle: Der Betroffene muss so schnell wie möglich in die Druckkammer, dann startet eine relativ aggressive Behandlung mit vergleichsweise hohem Druck und einer bis zu maximal acht Stunden dauernden Therapie. Im Gegensatz dazu wird bei der Behandlung von Problemwunden hinsichtlich Behandlungsdruck und Sitzungsdauer weit weniger aggressiv therapiert. Dafür sind nicht selten bis zu 40 Sitzungen nötig, um die wundheilungsfördernde Wirkung der hyperbaren Oxygenierung maximal auszunutzen.

Die in die Behandlung von Patienten direkt involvierten Ärzte sind alle Fachärzte für Anästhesiologie, verfügen über Zusatzqualifikationen, wie „Taucherarzt-Diplom“ oder „Spezielle anästhesiologische Intensivmedizin“ sowie langjährige klinische und insbesondere notfallmedizinische Erfahrung. Während der gesamten Behandlungszeit in der Druckkammer wird der Patient von jeweils einem speziell weitergebildeten Arzt begleitet und betreut.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Ines Christ.