Uniklinik Leipzig lädt zum Frühchentag

Am 17. November gibt die Abteilung für Neonatologie Einblicke in ihre 60-jährige Erfolgsgeschichte

Pressemitteilung vom 11.11.2014
Die Abteilung Neonatologie der Uniklinik Leipzig bietet eine umfassende medizinische Betreuung von Frühgeborenen vom ersten Atemzug bis zur Begleitung durch die ersten Jahre der Kindheit. Am Internationalen Tag des Frühgeborenen am 17. November informiert das UKL ab 14 Uhr über sein Leistungsspektrum und die Geschichte der medizinischen Disziplin – und bringt betroffene Familien zusammen.
Bild vergrößern Auch im diesem Jahr wieder: der Frühchentag am UKL
Foto: Stefan Straube/UKL
 

Mit 60 000 Kindern pro Jahr stellen Frühgeborene in Deutschland mittlerweile die größte Gruppe der Kinderpatienten. Die Überlebenschancen sind seit rund einem Jahrzehnt ab 23 vollendeten Schwangerschaftswochen gegeben und ab 24 vollendeten Schwangerschaftswochen gut, sagt Professor Ulrich Thome, Leiter der Abteilung für Neonatologie an der Leipziger Uniklinik. Aber nicht nur das Überleben muss gesichert werden. Prof. Thome: „Es geht darum, den Kindern eine normale Entwicklung zu ermöglichen. Darin sind wir in den letzten Jahren stetig besser geworden.“

In die Arbeit der Neonatologie gibt ein Informationsnachmittag am Internationalen Tag des Frühgeborenen am 17. November intensiv Einblick. Ein Tag, der von Elternverbänden ins Leben gerufen wurde. Und der jedes Jahr am UKL begleitet wird. In diesem Jahr verbunden mit einem kleinen Jubiläum: Das erste Frühchenhaus an der Leipziger Uniklinik wurde vor 60 Jahren eröffnet.

Seither wurden die Behandlungsmöglichkeiten Schritt für Schritt verbessert. „Die Einführung der mechanischen Beatmung war ein Meilenstein in der Entwicklung“, sagt Professor Thome. Über die Jahre hat auch die Atemtherapie wesentliche Fortschritte erfahren. Zum Beispiel musste erst der richtige Beatmungsdruck in der Ausatmungsphase gefunden werden. Außerdem kann heute mit der Surfactant-Therapie die Substanz, welche die Lunge zur Entfaltung bringt, künstlich aus Ampullen verabreicht werden. Wird eine drohende Frühgeburt erkannt, kann mit einem Cortisonpräparat eine Lungenreifetherapie schon vor der Geburt durchgeführt werden.

„Hinzu kamen viele kleine Schritte in der Ernährungs- und Kreislaufbehandlung“, erläutert Thome. „Wir ernähren die Kinder über die Vene und mit Frauenmilch über den eigenen Verdauungstrakt. Das besondere in Leipzig: Wir nutzen Frauenmilch von Spenderinnen, wenn die eigene Mutter noch keine Milch hat.“ Zwar müssen der Milch noch zusätzliche Nährstoffe hinzugefügt werden, doch ist sie durch ihre stärkenden Eigenschaften für das Immunsystem extrem wichtig für die Gesundheit der Kinder. „Im Westen wurde der Nutzen der Muttermilch lange Zeit verkannt“, sagt Thome. Als Erbe der DDR befinden sich fast alle deutschen Muttermilchbanken im Osten, die größte davon in Leipzig.

Eine gezielte Förderung der Frühgeborenen ist auch nach der Entlassung aus der Klinik notwendig. „Deshalb haben wir eine sozialmedizinische Nachsorge eingeführt“, sagt Thome. Schwestern besuchen die Kinder zu Hause, um Defizite aufzudecken und Lösungen zu organisieren. Dabei wird mit externen Partnern wie der Interdisziplinären Frühförderstelle der Lebenshilfe e.V. kooperiert.

Über die Geschichte des Frühchenhauses und die medizinische Entwicklung, über den gegenwärtigen medizinischen Leistungsstand, Fördermöglichkeiten und das Nachsorgeprogramm „Alle dabei Leipzig“  informieren am 17. November von 14 Uhr bis 18.15 Uhr unter anderem Ärzte, Frühförderstelle und Stillberaterinnen. Dabei sind auch ehemalige UKL-Professoren, die die Entwicklung der Neonatologie zu ihrer heutigen Leistungsfähigkeit mitgestaltet haben.

 

Anmeldung zum Frühchentag unter:

Abteilung für Neonatologie
Liebigstr. 20a 
Jeanett Schubert
Tel.: 0341 - 9726020
E-Mail: jeanett.schubert@medizin.uni-leipzig.de

 

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Sandra Hasse.