Dem Entzündungsreiz auf der Spur

UKL-Rheumatologe Prof. Christoph Baerwald informiert über Morbus Bechterew

Pressemitteilung vom 29.10.2014
Leipzig. "Dem Entzündungsreiz auf der Spur" heißt ein Vortrag, den der Landesverband Sachsen der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew am 6. November am Uniklinikum Leipzig ausrichtet. Den Vortrag hält Professor Christoph Baerwald, Leiter der Rheumatologie am UKL. Morbus Bechterew ist eine chronische rheumatische Erkrankung, die vor allem die Wirbelsäule betrifft und häufig durch Entzündungsschübe gekennzeichnet ist, wodurch die Patienten mal mehr, mal weniger unter Schmerzen leiden.

"Noch ist nicht bekannt, was genau dabei im Körper passiert", sagt Professor Baerwald. Klar ist, dass es sich um eine Fehlsteuerung des Immunsystems handelt und die Botenstoffe des Immunsystems sich außer gegen Krankheitserreger auch gegen eigene Körperzellen richten. "Mittlerweile gibt es auch Medikamente, die diese Botenstoffe, die so genannten Zytokine, aus dem Verkehr ziehen und bei vielen Patienten sehr gut helfen", so der Rheumatologe. Auch am UKL werden Patienten mit dieser rheumatischen Erkrankung zum Teil schon seit vielen Jahren behandelt.

Typisch für Morbus Bechterew sind Rückenschmerzen im Bereich des Kreuzbeins, die nachts und am Morgen stärker sind und sich tagsüber durch Bewegung verbessern. Es kann aber auch die ganze Wirbelsäule betroffen sein. Zudem sind Schmerzen an anderen Gelenken, den Sehnenansätzen - beispielsweise in den Fersen -, oder Entzündungen der Augen oder der Harnröhre möglich. Dadurch, dass die Krankheit bei jedem Patienten unterschiedlich verläuft, wird sie häufig lange Zeit nicht erkannt. "Bis zu fünf Jahre dauert es heute, bis die Diagnose gestellt wird - das geht aber unter anderem auch durch verbesserte Untersuchungsmethoden inzwischen schon deutlich schneller als noch vor ein paar Jahren", erläutert Professor Baerwald.

Neben den Entzündungen, die sich durch Medikamente sehr gut behandeln lassen, kann es bei Morbus Bechterew über Jahre hinweg zu Verknöcherungen kommen, die die Beweglichkeit der Wirbelsäule einschränken und sie steif werden lassen. "Noch gibt es keine sicheren Daten dazu, wie sich diese Verknöcherungen am besten aufhalten lassen. Es scheint jedoch so, dass ein frühzeitiges Zurückdrängen der Entzündung auch dazu führt, dass die Verknöcherungen nicht so stark sind", sagt Professor Baerwald.

Neben den genauen Vorgängen im menschlichen Körper bei der Krankheit ist auch die Ursache für Morbus Bechterew noch unklar. Genetische Faktoren und familiäre Häufung spielen zwar eine Rolle, sind aber nicht der einzige Auslöser der Krankheit. So haben Menschen mit dem Erbmerkmal HLA-B27 zwar ein erhöhtes Risiko, an Morbus Bechterew zu erkranken, es muss jedoch bei ihnen nicht zwangsläufig auftreten. Im Gegensatz zu anderen rheumatischen Erkrankungen sind Männer häufiger betroffen als Frauen, bei denen sie zudem meist weniger stark ausgeprägt ist.


Kurz-Info

Vortrag "Dem Entzündungsreiz auf der Spur"
Veranstaltung der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew, Landesverband Sachsen
6. November, 17 Uhr
Liebigstraße 20, Haus 4
Raum 0015/0016

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Ines Christ.