10. Symposium zur Interventionellen Magnetresonanztomografie in Leipzig

Neue Techniken ermöglichen ungeahnte Therapiemöglichkeiten

Pressemitteilung vom 02.10.2014
Das internationale Symposium zur interventionellen Magnetresonanztomografie (10th Interventional MRI Symposium) findet vom 10.-11. Oktober 2014 in Leipzig statt. Federführend organisiert von der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Uniklinikum Leipzig, kommen über 250 Teilnehmer aus der ganzen Welt zusammen, um sich zu aktuellen Neuerungen im Bereich der minimalinvasiven bildgesteuerten Diagnostik und Therapie auszutauschen. Dabei stehen auch neue Methoden im Fokus, beispielsweise die Krebsbehandlung mit fokussiertem Ultraschall.
Bild vergrößern Prof. Thomas Kahn ist Leiter der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am UKL und Tagungspräsident des 10. iMRI Symposiums.
Foto: Stefan Straube/UKL
 

Die Zahl der Anwendungen von diagnostischen und therapeutischen Verfahren der interventionellen MRT (iMRT) steigt seit Jahren“, erklärt Prof. Thomas Kahn, Tagungspräsident und Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Uniklinikum Leipzig. Dabei werden minimalinvasive Eingriffe mit gleichzeitiger Kontrolle durch das bildgebende MRT strahlungsfrei durchgeführt. Der Arzt sieht also genau was im Körper geschieht und wohin er navigieren muss, während der Zugang für die feinen Instrumente nur durch winzige Hautschnitte erfolgt.

„Wir führen MR-gesteuerte Biopsien insbesondere der Brust und der Prostata in hoher Zahl durch“, erklärt Kahn. "Auf dem Symposium werden darüber hinaus erste Ergebnisse neuer Methoden für die fokale Therapie des Prostatakarzinoms vorgestellt, bei der die tumorösen Anteile der Prostata durch Hitze (z.B. Laserstrahlung) oder Kälte (Kryosonde) zerstört werden, ohne das operiert werden muss. Eine weitere neue Therapiemethode ist der fokussierte Ultraschall, bei dem Ultraschallwellen so gebündelt werden, dass sie krankes Gewebe zerstören können. Diese Methode kommt ganz ohne invasive Eingriffe am Körper aus, weil der Ultraschall von außen durch die Haut hinweg wirkt. Sie findet Anwendung z.B. bei der Therapie von Myomen der Gebärmutter und bei Skelettmetastasen.“ Auch im kardiovaskulären Bereich  werden zunehmend Maßnahmen der iMRT erprobt, so zum Beispiel bei elektrophysiologischen Eingriffen am Herzen.

Neben Radiologen, Neurochirurgen und Kardiologen werden auch Physiker und Industrievertreter zum MRI-Symposium im Westin Hotel erwartet. Der wissenschaftliche Teil aus Vorträgen, Posterpräsentationen und Diskussionsrunden wird von einer durchgehenden Industrieausstellung begleitet.  

Das Interventional MRI Symposium wird gemeinsam von den radiologischen Kliniken des Universitätsklinikums Leipzig sowie der Harvard Medical School und der Johns Hopkins University organisiert und findet alle zwei Jahre abwechselnd in Europa und den USA statt. Leipzig war zuletzt im Jahr 2010 Gastgeber dieser Tagung.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Sandra Hasse.