Zurück ins Licht – Von der Hornhautspende zur Hornhauttransplantation

Infoveranstaltung am 8. Oktober am UKL

Pressemitteilung vom 30.09.2014
Die Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikum Leipzig sowie die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) laden im Rahmen der bundesweiten „Woche des Sehens“ zu einer Info-Veranstaltung zum Thema Hornhautspende und Hornhauttransplantation ein: Am 8. Oktober ab 17.30 Uhr im Hörsaal in der Liebigstr. 12, Haus 1.
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Foto: Stefan Straube/UKL
 

Eine Hornhauttransplantation ist bei Patienten erforderlich, deren Hornhaut sich krankhaft verändert hat oder schwer verletzt wurde. Hornhauterkrankungen können aber auch angeboren sein. Oberarzt Dr. Andrei Nestler von der Universitätsaugenklinik gibt zur Veranstaltung  einen Überblick über diese Krankheitsbilder, die eine Hornhauttransplantation erforderlich machen und informiert über die Operation und ihre Erfolgsaussichten. Im Anschluss daran berichtet ein Patient über seine ganz persönlichen Erfahrungen mit der Transplantation und darüber, wie es ihm davor und danach ergangen ist.

Im zweiten Teil der Veranstaltung geht es um die andere Seite der Medaille, die Gewebespende, denn Hornhauttransplantate stammen von Verstorbenen die zu Lebzeiten ihre Einwilligung zur Hornhautspende gegeben haben, bzw. deren Angehörige sich dafür entschieden haben. Dr. Frank Polster, Regionalleiter bei der Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation und zuständig für die Region Ost, informiert über die Voraussetzungen einer Spende und ihren Ablauf. „Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich etwa 8.000 Menschen auf ein Augenhornhauttransplantat angewiesen sind“, sagt Dr. Polster. „Die ersten Transplantationen von Hornhäuten wurden bereits durchgeführt als die Verpflanzung von Organen wie Herz oder Niere noch undenkbar war.“

Die Gewebespende gewinnt in der Transplantationsmedizin eine immer größere Bedeutung. Neben der Augenhornhaut können unter anderem  auch Herzklappen, Blutgefäße, Bindegewebe und Haut gespendet werden. Deshalb regelt seit 2007 das Gewebegesetz die Spende und Transplantation von Geweben. Trotz zahlreicher Bemühungen staatlicher Institutionen und von Verbänden besteht nach wie vor ein Mangel an Gewebetransplantaten. „Viele Menschen wissen gar nicht, dass jeder unabhängig vom Alter nach seinem Tod Gewebe spenden und damit anderen Menschen Leben schenken, sie vor Erblindung oder Amputation bewahren kann. Hier ist ein umfangreicher Informations- und Beratungsbedarf notwendig“, sagt Dr. Polster.

Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die das Ziel hat, das Patienten mit einem geeigneten Gewebetransplantat versorgt werden. Sie stellt ein Netzwerk zahlreicher deutscher Kliniken, Gewebebanken und anderer medizinischer Einrichtungen dar, die ausschließlich im Bereich der nicht-kommerziellen Gewebespende tätig sind. Die DGFG koordiniert gemeinsam mit den beteiligten Kliniken die Gewebespende vor Ort.

Die Transplantation von Augenhornhäuten ist die älteste, häufigste und auch erfolgreichste Transplantation in der Medizin. Rund 6.000 Mal im Jahr wird in Deutschland eine erkrankte Augenhornhaut durch eine menschliche Spenderhornhaut ersetzt. Auch an der Augenklinik des Uniklinikums Leipzig werden seit vielen Jahren Hornhauttransplantationen durchgeführt.

 

Kurzinfo: '
Informationsveranstaltung zur Hornhautspende und Hornhauttransplantation
8. Oktober
17.30 -19.30 Uhr
Hörsaal (Augenheilkunde; HNO; MKG)
Haus 1, Liebigstr. 12

 

Tino Schaft (DGFG)

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Sandra Hasse.