LIFE - die ersten Ziele sind fast erreicht

Pressemitteilung vom 07.07.2014
Das Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen (LIFE) der Universität Leipzig hat seine hoch gesteckten Ziele der ersten Finanzierungsphase fast erreicht. Bis zum Herbst dieses Jahres werden über 10.000 Erwachsene und etwa 5.000 Kinder und Jugendliche das Studienzentrum besucht und mit der Spende von Daten und Bioproben die Forschung der Universitätsmedizin auf dem Gebiet der Zivilisationserkrankungen aktiv unterstützt haben. Die LIFE-Leipziger Herzstudie hat die Rekrutierung mit Einschluss des 7.000. Probanden im Juni erfolgreich abgeschlossen und arbeitet nun intensiv an der Auswertung der gesammelten Daten.
Bild vergrößern Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung im Bodyscanner.
Foto: Andrea Wittrodt
 

Lebensbalance und Gesundheit haben in der heutigen Gesellschaft eine immer größere Bedeutung. Neben Ratgebern über Ernährung und Sport nehmen auch die Informationen über Krankheiten, wie Depression, Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen zu, oft jedoch ohne auf die eigentlichen, häufig komplexen Ursachen der Erkrankungen einzugehen.

Genau an dieser Stelle setzen die Fragestellungen von LIFE an. Ziel der Studie ist, soviel wie möglich Daten zur Gesundheit und zu den Lebensumständen der Bevölkerung zu erhalten. Aus diesem Grund wurde und wird eine große Zahl an Probanden aus allen Teilen der Bevölkerung eingeladen und nach einem standardisierten Programm untersucht. Für die Wissenschaftler besteht der Vorteil der LIFE-Studie in der Vergleichbarkeit der Daten über eine große Anzahl von Teilnehmern und über ein breites Altersspektrum. Dies ermöglicht die Erforschung der Ursachen von Erkrankungen mit Hilfe statisti-scher Ansätze und Vergleichsdaten von Gesunden und Erkrankten.

Die erfolgreiche Arbeit von LIFE, die sich auch in der mittlerweile breiten wissenschaftlichen Anerkennung des Projekts widerspiegelt, war Anlass für den Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung und leitende Mitarbeiter der Stadt das Forschungszentrum zu besuchen, sich über den aktuellen Stand der Forschungsarbeiten zu informieren und selbst einige der Untersuchungen wie Allergie-Test, Body-Scanner-Darstellung und Augenuntersuchung zu testen.

Die beteiligten Wissenschaftler und die Vertreter der Stadt wollen die vorhandenen Kontakte ausbauen und bereits vorhandene Kooperation vertiefen. Die Stadt unterstützt LIFE bereits in unterschiedlicher Weise bei der Rekrutierung der Probanden sowie in der Öffentlichkeitsarbeit. Im abschließenden Ge-spräch, bei dem auch der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Michael Stumvoll, anwesend war, wurden weitere gemeinsame Initiativen zur Verwertung der Ergebnisse von LIFE diskutiert. Es wurde unter anderem angeregt, einen gemeinsamen Arbeitskreis zu schaffen, um die Fragestellungen der Stadt auf gesundheitspolitischen Gebiet mit den Ergebnissen von LIFE zusammen zu führen.

Die Vielzahl der Erkenntnisse zur Gesundheit der Leipziger Bevölkerung bietet ein enormes Potenzial für die Stadt, deren Gesundheitseinrichtungen und deren Menschen. So ist es beispielsweise möglich, detaillierte Angaben zur Häufigkeit bestimmter Erkrankungen in den unterschiedlichen Stadtgebieten zu machen, was gezielte frühzeitige Präventionsmaßnahmen und die Planung von notwendigen Inter-ventionen erlaubt.

Um die Auswertungen der Ergebnisse voranzutreiben und um Folgeuntersuchungen organisieren zu können, soll das bis Ende 2014 geförderte LIFE-Forschungszentrum in eine neue, modular aufgebaute Form der Förderung und Finanzierung übergehen. Neben der intensiven Auswertung der Ergebnisse und deren Transfer in die Gesundheitswirtschaft werden neue Projekte mit Partner aus Wissenschaft und Gesellschaft entwickelt, um Erkrankungen bereits im Frühstadium zu diagnostizieren und damit Prävention und Intervention zu verbessern.

Ein wichtiges Folgeprojekt ist die Beteiligung der Universität Leipzig an der "Nationalen Kohorte", ei-nem von Bund, den beteiligten Ländern und der Helmholtz-Gesellschaft finanzierten Verbundprojekt, welches in den nächsten Jahren 200.000 Einwohner deutschlandweit zur Entstehung von typischen Volkskrankheiten untersuchen wird. Dazu werden, beginnend ab August, wiederum 10.000 Leipziger um ihre Teilnahme gebeten.
Parallel dazu werden die LIFE-Studien mit Wiedereinladungskampanien fortgesetzt, um die zeitliche Entwicklung des Gesundheitsprofils der bereits untersuchten Leipziger verfolgen zu können und so die vorhandenen Ergebnisse weiter zu spezifizieren. Hier steht vor allem die LIFE-Child-Studie im Fo-kus, deren Ziel, die jungen Probanden jährlich zu untersuchen, nur mit einer kontinuierlichen Fortset-zung der Rekrutierung in der LIFE-Studienambulanz zu erreichen ist.

Katrin Henneberg