Keine Blutspende nach Italienurlaub

Die UKL-Blutbank informiert über verschärfte Richtlinien nach Reisen innerhalb Europas

Pressemitteilung vom 04.06.2014
West-Nil-Virus hat Europa erreicht. Die Blutbank des Uniklinikums Leipzig informiert über eine verschärfte Rückstellfrist für Blutspender nach Reisen innerhalb Europas: Ab 1. Juni 2014 gelten neue Zulassungsrichtlinien, die eine Blutspende nach einem Urlaub auch in europäischen Ländern für vier Wochen ausschließen.

Grund für die verschärfte Richtlinie ist das so genannte West-Nil-Virus (WNV), das bislang nur in Nordamerika und Mexiko aufgetreten war, 2012 und 2013 vermehrt auch in Teilen Europas festgestellt wurde. Um eine Übertragung des Virus durch Blutprodukte zu verhindern, hat das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel (Paul-Ehrlich-Institut) neue Sperrfristen für Blutspender festgelegt, die länger als zwei Tage zwischen dem 1. Juni und 30. November in den betroffenen Gebieten unterwegs waren. Dazu zählen Griechenland, Italien, Kroatien, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Serbien, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Israel, Tunesien, Algerien. „Die neuen Richtlinien sehen vor, dass Reisende, die aus diesen Ländern zurückkehren, für vier Wochen von der Blutspende ausgeschlossen werden müssen“, informiert Oberärztin Dr. Elvira Edel, kommissarische Leiterin des Instituts für Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Leipzig. Bereits länger bekannt ist Blutspendern der Spendeausschluss aufgrund eines erhöhten WNV-Risikos nach Sommerreisen auf den nordamerikanischen Kontinent und nach Mexiko. Denkbar ist, dass in diesem Jahr noch weitere Länder hinzukommen, so dass die Liste der betroffenen Länder im Bedarfsfall jeden Monatsanfang vom Paul-Ehrlich-Institut aktualisiert wird.

Änderungen erfahren Blutspendewillige auch auf der Website des Instituts unter www.blutbank-leipzig.de.

 

Hintergrund West-Nil-Virus

Das West-Nil-Virus kommt in tropischen aber auch gemäßigten Gebieten hauptsächlich bei Vögeln vor. Durch Stechmücken kann es aber auch auf den Menschen übertragen werden. Jeder fünfte Infizierte entwickelt daraufhin eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung, bekannt als West-Nil-Fieber. Bei jedem 150. Betroffenen kommt es zu einem schweren Verlauf, etwa zu Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen, die in seltenen Fällen auch tödlich enden können.

Informationen zur Blutspende am UKL sowie zu weiteren möglichen Ausschlussgründen gibt es telefonisch unter 0341-9725393 oder im Internet unter www.blutbank-leipzig.de. Die UKL-Blutspendeeinrichtung in der Johannisallee 32 (Haus 8) hat montags und freitags von 7 bis 19 Uhr, dienstags bis donnerstags von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Zur Spende ist der Personalausweis mitzubringen.

 

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Grießer, Anja.