Wirkung von Kanalproteinen auf die Aufrechterhaltung von Körperfunktionen

Leipziger Beteiligung an Sonderforschungsbereich

Pressemitteilung vom 26.05.2014
Die Universität Leipzig ist an einem Transregio-Sonderforschungsbereich (SFB) "Steuerung der Körperhomöostase durch TRP-Kanal-Module" beteiligt, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) neu eingerichtet wurde. Dadurch fließen in den kommenden knapp vier Jahren gut 400.000 Euro Fördergelder in die Forschung am Rudolf-Boehm-Institut für Pharmakologie und Toxikologie.

Bei TRP (transient receptor potential)-Kanälen handelt es sich um eine Familie von Kationenkanälen, die wesentliche Rollen sowohl bei sensorischen Prozessen als auch bei der Regulation und Erhaltung von Körperfunktionen spielen. So sind TRP-Kanäle an der Steuerung von Gefäßtonus, der neuronalen Erregbarkeit und der Regulation der Aufnahme und Verteilung von Kalzium und Magnesium im Körper beteiligt. Besonders bekannt ist TRPV1, ein Hitzerezeptor, der auch den feurig-scharfen Geschmack der Chilischote vermittelt und durch Weitung von Blutgefäßen dazu beiträgt, die Körpertemperatur konstant zu halten.

Leipziger Alleinstellungsmerkmal

Das Rudolf-Boehm-Institut für Pharmakologie und Toxikologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig bringt sich mit einem wissenschaftlichen Projekt zur Identifikation und Anwendung TRP-Kanal-modulierender Wirkstoffe in den Forschungsverbund ein. Sein Direktor Prof. Dr. Michael Schaefer führt die Beteiligung auf ein Alleinstellungsmerkmal in seinem Haus zurück: "Wir haben eine spezielle Expertise entwickelt, mittels Hochdurchsatzverfahren und Anwendung von Substanzbibliotheken neue, biologisch aktive Wirkstoffe zu identifizieren. Diese Moleküle können eingesetzt werden, um durch akute Regulation der Kanalfunktion weitere Informationen über deren biologische Funktionen zu erhalten, sie können aber auch als Vorläufer späterer Medikamente dienen."

400.000 Euro Förderung

Eine gesteigerte oder mangelnde Aktivität von TRP-Kanälen kann in verschiedenen Organsystemen zu Erkrankungen führen. Die Wissenschaftler suchen nach neuen Therapieansätzen, um steuernd in solche Prozesse einzugreifen. Die Erkenntnisse des neuen SFB sind grundlegend notwendig, um neue Wirkstoffe und Medikamente zu entwickeln. Das Leipziger Team kann für seine Aufgaben bereits in der ersten Förderperiode mit gut 400.000 Euro rechnen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat bundesweit insgesamt 13 neue Sonderforschungsbereiche eingerichtet und fördert sie mit insgesamt 93,1 Millionen Euro. Vier der eingerichteten Verbünde sind sogenannte SFB/Transregio, die sich auf mehrere Forschungsstandorte verteilen. Die Sprecherfunktion des SFB/Transregio 152 zu TRP-Kanal-Modulen hat die Universität München inne, die weiteren Standorte sind Freiburg, Homburg und Heidelberg.

Diana Smikalla