Ambulante Hilfe bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen am UKL

Leipziger Gastroenterologe: Ursachenforschung fordert Wissenschaftler heraus

Pressemitteilung vom 15.05.2014
Leipzig. Etwa 300.000 Menschen in Deutschland leiden an Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. „Diese chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, die oft mit wiederkehrendem Durchfall und Bauchschmerzen einhergehen, sind nicht leicht eindeutig zu diagnostizieren“, so Prof. Dr. Joachim Mössner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Gastroenterologie und Rheumatologie um Universitätsklinikum Leipzig. „Zwar kann den meisten Patienten heute ambulant mit einer medikamentösen Therapie geholfen werden, und nur die schweren Fälle werden bei uns in der Klinik behandelt.“ Mit einem bundesweiten „Aktionstag chronisch-entzündliche Darmerkrankungen“ widmet sich Mitte Mai die Gastro-Liga der Information über aktuelle Behandlungsmöglichkeiten und künftige Therapieaussichten.

Wie Prof. Mössner erläutert, gibt es in der Regel zwei Krankheitsbilder: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Während bei Morbus Crohn der gesamte Magen-Darm-Trakt entzündet sein kann, ist bei der Colitis ulcerosa der Befall in den meisten Fällen auf den Dickdarm beschränkt. Zudem sind bei Morbus Crohn alle Schichten der Darmwand von der Entzündung betroffen, bei der Colitis ulcerosa nur die Schleimhaut. Da die Symptome beider Krankheitsbilder sehr ähnlich sind, ist ihre Unterscheidung manchmal sehr schwierig.

Die Entzündung kann auch andere Körperbereiche einbeziehen: Gelenke, Augen oder Gallenwege, was dann zu entsprechenden Beschwerden führt. Die Erkrankung kann die Patienten jahrelang belasten und führt nicht selten auch zu Depressionen.

Gemeinsam mit anderen führenden Gastroenterologen wird Prof. Mössner im August ein Schwerpunktheft der Fachzeitschrift „Der Internist“ veröffentlichen, das chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen gewidmet ist. „Die Krankheitsentstehung, die Rolle von Darmbakterien und natürlich die Palette von Therapiemöglichkeiten – all das werden wir ausführlich beleuchten“, so der Leipziger Internist.

Die meisten Patienten haben heute eine in der Regel normale Lebenswartung, weil medikamentöse Therapien gut ansprechen. Dennoch sei man bei der Suche nach Ursachen nicht weit gekommen. „Wir kennen heute Risikogene, aber können diesen keinen Krankheitsverlauf zuordnen. Also: Wenn ein Mensch diese oder jene genetische Konstellation hat, muss das noch nicht bedeuten, dass er Morbus Crohn bekommt. Und andersherum gibt es etwa ein Drittel von Crohn-Patienten, denen wir keine Risikogene zuordnen können. Die Ursachenforschung fordert die Wissenschaft noch heraus, um Licht in das Dunkel der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zu bekommen“, so der Leipziger Klinikdirektor.

 

Kontakt für Patienten:
Sprechstunde Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
Sprechzeit: Dienstag 8 – 15.30 Uhr
Terminvereinbarung: 0341 – 97 12222

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Ines Christ.