Weltnierentag: Nierenerhalt wichtiges Ziel in der chirurgischen Krebstherapie

Schonende Operationen mit DaVinci retten Nieren trotz Tumoren

Pressemitteilung vom 12.03.2014
Leipzig. Krebserkrankungen der Niere nehmen wie alle Tumorerkrankungen stetig zu. Operationen können diese Tumoren beseitigen. Das nicht seltene Nierenkarzinom erfolgreich zu behandeln und dennoch die Nieren zu erhalten, ist dabei das Ziel der Urologen am UKL. Schonend und häufiger möglich wird dies seit kurzem durch den Einsatz des hochmodernen DaVinci-Operationsroboters.

Die Nieren sind stille Stars unter den inneren Organen: Unbemerkt verrichten sie ihre wichtige Arbeit, steuern die Ausscheidung der Giftstoffe, den Wasserhaushalt, die Blutdruckregulation und produzieren Hormone. Werden die Nieren krank, bleibt dies häufig lange unbemerkt – oft fällt erst der Verlust der Nierenfunktionen auf. Für den Organismus bedeutet dies eine empfindliche Störung seines Gleichgewichts. Das zu verhindern und die Nieren möglichst lange zu erhalten, ist daher oberstes Ziel der Therapie bei Nierenerkrankungen.

Auch bei der Behandlung des Nierenkrebses ersetzen organerhaltende Verfahren immer mehr die Operationen mit kompletter Entfernung der Niere. „Das ist natürlich nur möglich, wenn wir den Tumor präzise und vollständig entfernen und dabei die lebenswichtige Durchblutung der restlichen Niere erhalten können“, erklärt Prof. Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der Urologie am Universitätsklinikum Leipzig. Nierenkrebs ist eine Erkrankung der späten zweiten Lebenshälfte, die Patienten bringen oftmals weitere Erkrankungen mit. „Operationen mit großen Schnitten werden da generell schlechter vertragen“, so Stolzenburg. Seit nunmehr drei Jahren setzt der Urologe am UKL daher bei diesen Eingriffen den DaVinci-Operationsroboter ein. Diese Roboter-assistierte Chirurgie bietet große Möglichkeiten. „Wir können extrem genau und gleichzeitig sehr sanft mit kleinsten Schnitten operieren“, so Stolzenburg. Ein immenser Vorteil, zumal die Operation durch das schonendere Verfahren (sog. „Knopfloch-Chirurgie“) sehr gut vertragen wird.

Etwa 60 solche Eingriffe hat Stolzenburg inzwischen durchgeführt, Tendenz steigend. „Unser Ziel ist bei Tumoren bis zu 7 cm Größe so organschonend wie möglich zu operieren - und in diesem Fall die wichtigen Nieren zu erhalten.“

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.