"Gefährlichkeit der Masern ist der Bevölkerung nicht mehr bewusst"

500 Ärzte und Gesundheitsmitarbeiter beim 18. Sächsischen Impftag auf dem Medizincampus Liebigstraße in Leipzig zu Gast

Pressemitteilung vom 07.03.2014
Zum Sächsischen Impftag in Leipzig, wird das Thema Masern wieder eine herausragende Rolle spielen, zudem wird u.a. über altersgerechte Grippeschutzimpfungen berichtet und die therapeutischen Anwendung des HPV-Impfstoffes zum Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs bei Mädchen sowie Genitalwarzen auch bei Jungen.
Zeit 08. März 2014, 09:00 Uhr bis 15:30 Uhr
Ort Carl-Ludwig-Institut für Physiologie
Liebigstr. 27
04103 Leipzig
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Foto: Stefan Straube/ UKL
 

Kleinraum-Epidemien machten im vergangenen Jahr in Deutschland erneut auf eine Infektionskrankheit aufmerksam, die oft als Kinderkrankheit abgetan wird. „Die Gefährlichkeit der Masern, die lebensbedrohliche Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündungen mit sich bringen kann, ist der Bevölkerung nicht mehr bewusst“, sagt Prof. Dr. Michael Borte, Chefarzt im Klinikum St. Georg. Und sein Kollege Prof. Dr. Volker Schuster, Leiter der Poliklinik in der Universitäts-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, ergänzt: „ Bei sogenannten Masern-Partys die Kinder zu infizieren, damit sie Abwehrstoffe aufbauen, halte ich für bewusste Kindesmisshandlung und Körperverletzung. Die Impfung ist sicher und hat sich millionenfach bewährt.“

Auf dem 18. Sächsischen Impftag am 8. März, den beide Leipziger Kinderärzte wissenschaftlich leiten, wird das Thema Masern wieder eine herausragende Rolle spielen. Dabei hätte diese Infektionskrankheit längst vergessen sein können. Zu DDR-Zeiten war ein Impfrate von bis zu 95 Prozent erreicht worden. Nach der Wende nahm diese Rate immer mehr ab. Heute werden in den neuen Bundesländern noch 85 Prozent erreicht, in den alten Ländern nur 70 Prozent. Klar ist dabei: Je mehr gegen eine Infektionskrankheit geimpft sind, desto geringer die Zahl der Kranken. „Die USA machen es uns vor“, so Prof. Borte. „Im Hort der Freiheit und Demokratie herrscht eine Impfpflicht – und das Land ist so gut wie frei von Masern.“

Den rund 500 Kinderärzten, Allgemeinmedizinern, Gynäkologen und Betriebsärzten sowie Mitarbeitern von Gesundheitsämtern, die zum Sächsischen Impftag nach Leipzig kommen, werden Experten zudem über altersgerechte Grippeschutzimpfungen berichten. „Durch unterschiedliche Impfstoffe ist es nunmehr möglich, bei Schutzimpfungen gegen die saisonale Virusgrippe altersspezifisch vorzugehen“, so Prof. Schuster. „Für Kinder bis 12 Jahre kann auf den unangenehmen Piks verzichtet werden; der Impfstoff wird nasal verabreicht. Und dann gibt es noch einen speziellen Impfstoff für die Altersgruppe 60 plus. Dieser enthält Zusatzstoffe, die die Immunreaktion verstärken.“

Wie Prof. Schuster weiterhin ankündigt, wird er über Möglichkeiten der therapeutischen Anwendung des HPV-Impfstoffes berichten. Dieser Impfstoff  gegen humane Papilloma-Viren wird derzeit ausschließlich prophylaktisch verwendet, um junge Mädchen vor Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen zu schützen. Ganz offenbar wirkt er – bisher nur in Einzelfällen getestet - aber auch gegen eine seltene Kehlkopferkrankung (Larynxpapillomatose). Darüber hinaus wird der Leipziger Kinderarzt darauf aufmerksam machen, dass die HPV-Impfung nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen vor Genitalwarzen schützen kann. Deshalb wird in Sachsen diese Impfung auch für Jungen empfohlen.

Uwe Niemann

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Sandra Hasse.