Symposium zum Akustikusneurinom

Pressemitteilung vom 14.01.2003
Zeit 18. Januar 2003, 10:00 Uhr bis 00. 2004
Ort Hörsaal Innere Medizin (Johannisallee 34)


Leipzig - Am Sonnabend, dem 18. Januar 2003 findet von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr im Hörsaal Innere Medizin (Johannisallee 34) ein Symposium zum Akustikusneurinom statt. Initiiert wurde die Informationsveranstaltung von der Vereinigung Akustikus Neurinom e.V. Die Organisation haben Experten des Universitätsklinikums Leipzig wie der Neurochirurg Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, der HNO-Spezialist Prof. Dr. Friedrich Bootz und der Strahlentherapeutin Dr. Kirsten Papsdorf übernommen.

Das Akustikusneurinom ist ein gutartiger Tumor, der im inneren Gehörgang am Gleichgewichtsnerv entsteht. Wächst der Tumor, verdrängt er Gleichgewichts- und Hörnerven, sowie andere Nerven und kann sogar Teile des Gehirns verdrängen. Wegen der räumlichen Nähe zum Stammhirn können auch lebenswichtige Steuerungsfunktionen des Gehirns ausfallen. Die Auswirkungen auf den einzelnen Patienten sind sehr unterschiedlich. Sie können von Hörminderung und Hörgeräusche über Schwindel, Hörsturz und Kopfschmerzen bis hin zur Gesichtslähmung und eben den Ausfall von Körperfunktionen reichen.

Je nach Größe des Tumors und individuellen Besonderheiten gibt es unterschiedliche Therapien, die von HNO-Spezialisten, von Neurochirurgen oder von Strahlentherapeuten durchgeführt werden. Aus diesem Grund wird das krankheitsbildbezogene Symposium auch von diesen drei Disziplinen veranstaltet.

Grundsätzlich gibt es drei Strategien der Behandlung:

1. Warten und Beobachten

Diese Option wird gewählt, wenn man kleine Akustikusneurinome zwar diagnostiziert hat, aber noch keine Erkenntnisse darüber hat, wie es sich weiter entwickelt. Durch regelmäßige Beobachtungen im Magnet-Resonanz-Tomografen (MRT) und die Überprüfung der Hörfähigkeit und des Gleichgewichtssinns werden weitere Erkenntnisse über den individuellen Verlauf der Erkrankung gesammelt.

2. Bestrahlung

Kleinere Tumoren können unter günstigen Voraussetzungen bestrahlt werden. Bei der Bestrahlung rotiert die Strahlenquelle um den Kopf des Patienten und sendet einen scharf gebündelten Teilchenstrahl aus. Der Tumor befindet sich im gedachten Schnittpunkt der Strahlen. Dort addiert sich die Strahlendosis und zerstört das Tumorgewebe. Diese Behandlungsmethode birgt dennoch gewisse Risiken, da in der Umgebung des inneren Gehörgangs sehr viele Nerven liegen, die evtl. auch geschädigt werden können.

3. Operative Entfernung

Je nach dem, wie klein oder groß der Tumor ist, wird die Operation vom HNO-Spezialisten oder einem Team von Neurochirurgen und HNO-Ärzten ausgeführt. Der HNO-Arzt entfernt in aller Regel nur Tumoren, die maximal 2 cm Durchmesser haben und nur im inneren Gehörgang sitzen. Dabei kann er hinter dem Ohr ansetzen oder aber - wenn der Patient bereits sein Hörvermögen verloren hat - durch das Ohr hindurch operieren.

Bei größeren Neurinomen operiert ein Team aus Neurochirurgen und HNO-Ärzten, um nach Möglichkeit eine Schädigung der umliegenden Nerven und des Gehörs zu verhindern. Mittels eines permanenten Monitorings während der Operation erkennen die Operateure frühzeitig die Nerven und können den Eingriff so möglichst schonend gestalten.

Kompliziert sind die operativen Eingriffe deshalb, weil in unmittelbarer Nachbarschaft zum inneren Gehörgang der Nerv sitzt, der die Gesichtsmuskeln steuert. Wird er beschädigt, ist eine teilweise oder vollständige Gesichtslähmung die Folge.

In den Vorträgen am Sonnabend wird ausführlich über die Vor- und Nachteile der einzelnen Behandlungsmöglichkeiten eingegangen. Außerdem wird über die erforderliche Betreuung nach der Behandlung informiert. Bei einem Rund-Tisch-Gespräch können die Besucher Fragen stellen und mit den Referenten diskutieren. Auch die Mitglieder der Vereinigung Akustikus Neurinom e.V. sind anwesend und geben Hinweise für Betroffene.


Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.