Bei Ski-Unfällen am häufigsten die Knie betroffen

Unfallmediziner des Uniklinikums Leipzig rät: Aufwärmen und Dehnen erst am Hang

Pressemitteilung vom 31.01.2014
Im Flachland war von Schnee zwar lange Zeit keine Spur, aber immerhin bieten jetzt die Hänge Oberwiesenthals eine für Wintersport nutzbare Schneehöhe. Das winterliche Freizeitvergnügen lockt an jedem Wochenende tausende Ski-Freunde an – und führt leider auch immer wieder zu Unfällen. „Am häufigsten wird bei Wintersport-Unfällen das Knie verletzt“, so PD Dr. Pierre Hepp, Oberarzt an der Klinik für Unfall-, Wiederherstellungs- und Plastische Chirurgie des Universitätsklinikums Leipzig. „Das ist zu 40 Prozent der Fall. Auf Platz zwei liegen Schulterverletzungen, erst danach kommen Kopf- und Beckenverletzungen.“
Bild vergrößern UKL-Unfallchirurg PD Dr. Pierre Hepp behandelt einen Patienten mit einer Knieverletzung, die bei Ski-Unfällen häufig auftritt
Foto: Stefan Straube/ UKL
 

Das Leipziger Universitätsklinikum liege zwar nicht in einem Ski-Gebiet, dennoch sei jedes Jahr ein saisonaler Anstieg von Patienten zu erkennen, die Wintersport-Unfälle erlitten haben. „Dass auch wir mit derartigen Verletzungen konfrontiert werden“, sagt Dr. Hepp, „liegt an den medizinischen Therapiegrundsätzen. Bei einem Kreuzbandriss wird beispielsweise beim Vorliegen von schweren Begleitverletzungen, die sofort versorgt werden müssen, das Kreuzband sofort mitoperiert. Gibt es keine Notwendigkeit zum sofortigen Eingriff, wird die OP erst sechs Wochen nach der Verletzung vorgenommen, damit sich das lädierte Knie erst einmal beruhigen kann. In dieser Zeit ist der Patient ja schon wieder zuhause – und kann also bei uns operiert werden.“

Ob rasanter Abfahrtslauf oder ruhiger Loipenlauf: Beide Sportarten können zu schweren Verletzungen führen. „Durch die Verkettung von unglücklichen Umständen kann ein vermeintlich harmloses Hinfallen beim Langlauf zu schweren Verletzungen führen“, erzählt der Leipziger Unfallmediziner. „Die reichen vom Knöchel- bis zum Beckenbruch – das habe ich alles schon hier bei uns gesehen.“ Manche Patienten, die im Ski-Urlaub gestürzt sind, würden erst nach Tagen merken, dass es vielleicht doch nicht nur zu einer Prellung, sondern zu einem Bruch gekommen ist.

Dr. Hepp rät allen Freizeitsportlern: Gegen die Schmerzen nach einem Sturz hilft vor allem sofortige Kühlung. Selbst eine Handvoll Schnee kann den Knöchel beruhigen. Aber wenn die Beschwerden anhalten, dann sollte – auch wenn schon Tage vergangen sind – ein Spezialist aufgesucht werden, der eine weiterführende Diagnostik einleiten kann.

„Dehnen und Aufwärmen vor dem Sport – das sollten auch die Ski-Freunde beherzigen“, so Dr. Hepp. „Dabei sollte das Stretching aber nicht nur am Skilift erfolgen, sondern auch unmittelbar am Hang. Denn auf dem Skilift wird man wieder kalt, sodass die ganzen schönen Übungen eigentlich nichts gebracht haben.“

Uwe Niemann

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Sandra Hasse.