3000. Patientin erhält Stammzelltransplantation am Uniklinikum Leipzig

Pressemitteilung vom 24.01.2014
Leipzig. Am Universitätsklinikum Leipzig hat jetzt die 3000. Patientin eine Stammzelltransplantation erhalten. Seit den 80-er Jahren wird am Uniklinikum Leipzig die Übertragung von Stammzellen zur Behandlung der Leukämien eingesetzt. 217 solcher Transplantationen gab es allein im letzten Jahr. Die Heilungschancen durch eine Zellspende sind sehr gut – entscheidend ist, den genetisch passenden Spender zu finden. Deshalb erhöht jede Registrierung als potentieller Spender die Überlebenschancen vieler Leukämiepatienten weltweit.
Bild vergrößern Am Universitätsklinikum Leipzig wurde jetzt bei der 3000. Patientin eine Stammzelltransplantation vorgenommen. Deliana Knuast erhiielt von den Pflegenden der Station eine Torte, präsentiert von Pfleger Matthias (l.), und viel Unterstützung von Prof. Dietger Niederwieser, dem Leiter der Abteilung für Hämatologie und internistische Onkologie am UKL.
Foto: Stefan Straube/ UKL
 

Nur 45 Minuten dauert die Transplantation, auf die Deliana Knaust seit sechs Monaten gewartet hat. Damals erhielt die 46-jährige Violinistin die Diagnose Leukämie. Nur zwei Tage später war sie das erste Mal im Krankenhaus und begann die Behandlungen, die am Donnerstag mit der Transplantation von neuen Stammzellen vorerst endeten. Gespendet hat die gesunden Zellen ihr Bruder, der dafür aus Bulgarien nach Leipzig kam.

Während ihm am Vormittag fünf Prozent seiner Stammzellen entnommen wurden, bereitete sich Deliana Knaust in ihrem Isolierzimmer auf der Stammzelltransplantationseinheit im Klinikum auf ihren zweiten Geburtstag vor. „Das ist heute für mich die Stunde Null, als würde ein neues Leben beginnen“, so die Leipzigerin. „Ich bin sehr dankbar, dass mir die Chance gegeben wird.“ Mit den Spenderzellen werden ihre zuvor durch Chemotherapien und Bestrahlung zerstörten eigenen Stammzellen durch neue, gesunde ersetzt. Acht Tage dauerte die Vorbereitung. Wenn die Transplantation Erfolg hat und die neuen Stammzellen die kranken ersetzen, kann sie etwa 14 Tage nach der Transplantation das Isolierzimmer wieder verlassen.

„Dann beginnt eine Anpassungszeit, denn die Patienten haben nach der Transplantation das Immunsystem eines Babys“, erklärt Prof. Dietger Niederwieser, Leiter der Abteilung für Hämatologie und internistische Onkologie am Universitätsklinikum Leipzig und Präsident der weltweiten Stammzelltransplantationsgesellschaft. „Das heißt, sie durchleben erneut alle Infekte, mit denen sie im Laufe ihres Lebens vielleicht schon in Berührung gekommen sind“. Wenn die Anzahl der weißen Blutkörperchen zwei Jahre lang stabil bleibt, gelten die Patienten als geheilt.

„Wir haben heute eine Vielzahl von Möglichkeiten, unseren Patienten zu helfen, auch abseits der Transplantation“, so Niederwieser. Neue Medikamente bekämpfen erfolgreich die Leukämien, so dass die Patienten ein normales Leben führen können. „Unsere jungen Patientinnen können jetzt dadurch auch Kinder bekommen, das ist ein sehr, sehr großer Fortschritt“, so der Hämatologe, der am UKL mit Unterstützung der Jose Carreras Stiftung eine erfolgreiche Leukämieklinik aufgebaut hat. Seit kurzem werden hier gemeinsam mit dem Experten in der Kinderklinik auch Knochenmarkstransplantationen bei kleinen Kindern vorgenommen. „Unsere andere Herausforderung liegt bei den älteren Patienten“, so Niederwieser. „Unsere Leukämiepatienten werden immer älter, und hier brauchen wir andere Therapien als bei der Behandlung junger Menschen“. Die Leipziger forschen derzeit dazu in mehreren großen Studien. Doch bei allem Erkenntnisgewinn bleibt die Übertragung gesunder Stammzellen eines Spenders oft die einzige Heilungschance, wie bei Deliana Knaust. Ihr Körper hat die neuen Zellen gut angenommen, die Aussicht auf eine Heilung ist gut. „Diese Chance sollte jeder bekommen“, so Prof. Niederwieser, „und dafür brauchen wir möglichst viele registrierte Spender.“

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.