PET-MRT erleichtert Diagnose bei Nebenschilddrüsentumoren

Nuklearmediziner der Universitätsmedizin Leipzig berichten im „New England Journal of Medicine“ über neues Verfahren

Pressemitteilung vom 27.11.2013
Leipzig. Bei gutartigen Tumoren der Nebenschilddrüsen, auch Adenome genannt, kann das neue PET-MRT- Verfahren bessere Aussagen zur Diagnose liefern als bisher übliche Methoden. Das berichten Nuklearmediziner der Universitätsmedizin Leipzig in der aktuellen Ausgabe des „New England Journal of Medicine“.

Mit dem neuen Verfahren der kombinierten Positronenemissions- und Magnetresonanzomografie kann die Bildgebung beider Modalitäten simultan durchgeführt werden. Mit der inhaltlichen Unterstützung eines Konsortiums Leipziger Wissenschaftler und der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig konnte unter Leitung des Direktors der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Leipzig und Sprecher des Projektes im Rahmen einer Großgeräteinitiative der DFG, Professor Dr. Osama Sabri, die vollständige Finanzierung der Anschaffung des Großgerätes über Drittmittel für den Forschungsstandort Leipzig erreicht werden. Das System ermöglicht eine genauere Lokalisations-Diagnostik schwierig zu diagnostizierender Tumoren der Nebenschilddrüsen. „Das PET-MRT liefert uns hierbei wichtige zusätzliche Informationen zu den Veränderungen innerhalb des Weichteilgewebes, die wir auf anderem Wege nicht erhalten können“, erklärt Prof. Sabri. Dadurch ließen sich Veränderungen an den für die Steuerung von Stoffwechselprozessen zentral bedeutsamen Nebenschilddrüsen besser und eindeutiger identifizieren, wie die Leipziger Nuklearmediziner in einer jetzt im „New England Journal of Medicine“ veröffentlichten Fallstudie beschreiben.

„Wir haben hier mit Hilfe des PET-MRT eine Veränderung deutlich exakter bestimmen können als zuvor mittels PET-CT, dem bisher verwendeten Diagnoseverfahren“, erläutert Oberärztin Dr. Sandra Purz. Auf diese Weise lagen den Operateuren hochexakte Informationen über die Lage des zu entfernenden Gewebes vor, sodass sich nach dem erfolgreichen Eingriff die Funktion der Nebenschilddrüsen sofort normalisierte. „Wir gehen daher davon aus, dass sich die neue Form der kombinierten simultanen Bildgebung mit PET-MRT aufgrund der besseren Aussagekraft bei gleichzeitig niedrigerer Strahlenexposition bei der Diagnose von Nebenschilddrüsentumoren gegenüber dem PET-CT-Verfahren als überlegen erweisen wird“, resümiert die Nuklearmedizinerin Purz.

 

Originalpublikation:

Visualization of ectopic parathyroid adenomas. N Engl J Med. 2013 Nov 21;369(21):2067-9

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.