Patienten mit einem Aneurysma der Bauchschlagader profitieren am UKL von interdisziplinärer Zusammenarbeit

Pressemitteilung vom 21.11.2013
Leipzig. Eine krankhaft erweiterte Bauchschlagader stellt für Gefäßmediziner ein sehr gefährliches Krankheitsbild dar. Der Patient spürt bei einem solchen Aorten-Aneurysma nichts, es gibt keine Warnhinweise. Bleibt das Aneurysma unentdeckt und die Bauchschlagader platzt, droht der Patient innerlich zu verbluten. Wird die Aussackung aber – meist zufällig im Rahmen von anderen Untersuchungen – entdeckt, lässt sie sich leicht und unkompliziert behandeln. Am Universitätsklinikum Leipzig profitieren Patienten dabei von einer engen Zusammenarbeit von Spezialisten aus der Interventionellen Radiologie, der Gefäßchirurgie und der Angiologie.
Bild vergrößern Die UKL-Gefäßexperten arbeiten fachübergreifend zusammen: Angiologin Dr. Katja Mühlberg, Radiologe Dr. Michael Moche und Gefäßchirurg Dr. Peter Fellmer (v.l.n.r.)
Foto: Foto: Stefan Straube/ UKL
 

„Durch fachübergreifendes Zusammenwirken von ausgewiesenen Gefäß-Experten steht ein optimiertes Verfahren zur Verfügung, das eine Versorgung unserer Patienten auf höchstem Niveau ermöglicht“, sagt  Dr. Peter Fellmer, der am UKL die Gefäßchirurgie leitet.  Bei der so genannten „endovaskulären Ausschaltung von Aorten-Aneurysmen“ werden die geschädigten Gefäßwände mit einem Stent entlastet. Das Gefäßimplantat führt den Blutstrom am Aneurysma vorbei. Der Eingriff wird nur über eine kleine Punktion in der Leiste durchgeführt und kann sogar ohne Vollnarkose, nur mit örtlicher Betäubung stattfinden.

Für die Patienten ist dabei vor allem die rasante technische Entwicklung speziell im Bereich der Radiologie in den vergangenen 20 Jahren von Vorteil. „Durch die Verschmelzung von Expertenwissen aus Interventioneller Radiologie, Angiologie und Gefäßchirurgie konnte das Verfahren derart vereinfacht und sicher gemacht werden, dass die meisten Patienten schon am Tag nach der Operation nahezu beschwerdefrei über die Station laufen können“, sagt Dr. Fellmer. In den Anfangsjahren des seit 2004 am UKL durchgeführten Verfahrens wurde das schützende Implantat noch über einen Schnitt in der Leiste in die krankhaft erweiterte Schlagader eingeführt, was zumeist einen längeren Krankenhausaufenthalt notwendig machte.

Patienten, die an einem Aorten-Aneurysma leiden, werden am UKL im Rahmen der Gefäß-Sprechstunde betreut. Hier können sie sich auch beraten lassen, ob das Einsetzen eines Stents notwendig ist. „Die Behandlung eines Aorten-Aneurysmas wird ab einem Durchmesser von etwa fünf Zentimetern empfohlen. „Manchmal entscheidet sich die Behandlungsnotwendigkeit auch erst nach einer Verlaufskontrolle, bei der das Ausmaß der Größenzunahme des Aneurysmas erfasst wird“, erklärt Dr. Fellmer.

Ist der Eingriff notwendig, so kann er bei Patienten jeden Alters durchgeführt werden und auch, wenn sie unter weiteren Nebenerkrankungen oder einer Nierenkrankheit leiden. Moderne Verfahren wie die die CO2-Angiographie werden dabei seit Jahren in Verbindung mit der endovaskulären Ausschaltung von Aorten-Aneurysmen angewendet. Diese Angiographie kommt zum Einsatz, wenn Patienten aufgrund einer schlechten Nierenfunktion kein normales Kontrastmittel vertragen, welches zur Darstellung der Gefäße bei dem Eingriff benötigt wird.

Der bei einem Aorten-Aneurysma in die Bauchschlagader eingebrachte Stent muss lebenslang ärztlich kontrolliert werden. Die jährliche Untersuchung findet in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Angiologie zunehmend mittels Ultraschall statt, was für den Patienten ein schonendes Verfahren ist, denn die gefürchteten Belastungen durch Strahlung und wiederholte Gabe von Kontrastmitteln, wie zum Beispiel im CT, werden so langfristig vermieden.

„Die Stärke der Ultraschalldiagnostik liegt dabei nicht nur in der Verlaufskontrolle, sondern schon ganz am Anfang, nämlich beim Screening, also der Suche nach Aneurysmen“, erklärt Dr. Katja Mühlberg, Oberärztin der Angiologie. Denn nicht selten käme es vor, dass auch in anderen Gefäßregionen wie etwa der Kniekehle ebenfalls Gefäßaussackungen vorkommen, die unkompliziert mittels Ultraschall entdeckt werden können.

 

Gefäßchirurgische Ambulanz am UKL

Sprechzeiten: montags und donnerstags 10 – 15 Uhr

Anmeldung: 0341 – 97 17280

gefaesschirurgie@uniklinik-leipzig.de

 

Angiologische Ambulanz am UKL

Sprechstunden, Gefäßultraschall

Anmeldung: 0341 – 97 12356

angiologie@uniklinik-leipzig.de

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Ines Christ.