100. Lebend-Nierenspende am Leipziger Universitätsklinikum

57-jähriger Patient erhielt Organspende von seiner Ehefrau / Spenderin und Empfänger wohlauf

Pressemitteilung vom 19.11.2013

Die 100. Lebend-Nierenspende seit der ersten Lebendnierentransplantation am UKL im Jahr 1998  wurde jetzt am Leipziger Universitätsklinikum vorgenommen. „Es geht sowohl der Spenderin als auch dem Empfänger gut“, sagte Priv.-Doz. Dr. Michael Bartels, kommissarischer Leiter der Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie, der die Transplantation selbst vornahm. Bei dieser Lebendspende hatte eine Frau ihrem Ehemann eine Niere gespendet.

Wie Dr. Bartels erläutert, hatten Frau und Mann passende Blutgruppen. Nach eingehenden Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Spenderin gesund und damit für die Lebendspende geeignet ist. „Wir achten vor allem darauf, dass der Spender nicht gefährdet wird“, so Dr. Bartels, der insgesamt schon über 350 Transplantationen vorgenommen hat. „Der Erfolg ist immer ein Resultat einer guten Teamarbeit. Hier möchte ich vor allem unsere Nephrologin Dr. Anette Bachmann hervorheben, die zum einen den Spender vorbereitet und zum anderen den Empfänger betreut. Ohne diese aufopferungsvolle Arbeit, die nicht nur Zeit und Konzentration erfordert, sondern auch Aufmerksamkeit und Zuwendung, würden sich unsere Patienten nicht so wohl fühlen.“

Dem stimmt auch der 57-Jährige Empfänger Smain B. zu: „Ich bin überglücklich, dass Ärzte und Schwestern, alle im OP-Saal und auf der Station, sich so freundlich um mich bemühten. Wie er erzählt, erlitt er im Jahr 2010 ein plötzliches Nierenversagen. „Innerhalb weniger Tage musste ich in die Klinik und lag im Koma, weil beide Nieren versagten“, erzählt der Elektromonteur. Im Leipziger Klinikum St. Georg war er seither Dialyse-Patient. „Als klar war, dass bei meinen Nieren nichts mehr zu retten war, entschloss sich meine Frau Fatima, mir ein Organ zu spenden. Auch ihr bin ich unendlich dankbar.“

Ohne die Spende seiner Frau hätte der Empfänger etwa sieben Jahre auf eine Niere warten müssen. Wobei schon das lange Warten negative Auswirkung hat: Die Dialysezeit beeinflusst das Transplantat-Überleben erheblich.

 

Uwe Niemann

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Pressestelle.