Erstes Forum zum kindlichen Hydrocephalus in Ostdeutschland

Universitätsklinikum Leipzig organisiert Tagung zum Wasserkopf im Kindesalter

Pressemitteilung vom 11.11.2013
Leipzig. Die erste große Tagung zum kindlichen Hydrocephalus im ostdeutschen Raum findet am 15. und 16. November in Leipzig statt und richtet sich auch an Ärzte aus Praxen und kleineren Kliniken. Organisiert durch die Klinik für Neurochirurgie am Uniklinikum Leipzig treffen sich ca. 100 Teilnehmer zum zweitägigen Austausch im Gohliser Schlösschen, um die aktuellen Behandlungsmethoden und den Umgang mit der Krankheit im Alltag zu diskutieren. Zum Wohle der kleinen Patienten soll die fachübergreifende Zusammenarbeit vertieft werden.

„Mit der Tagung wollen wir allen Fachdisziplinen einen umfassenden Erfahrungsaustausch bieten. Dafür haben sich Neurochirurgen, Kinderchirurgen, Neonatologen, Pränataldiagnostiker, Kinder-/Neuroradiologen und Kinderärzte aus ganz Deutschland angemeldet“, so Prof. Jürgen Meixensberger, Direktor der Klinik für Neurochirurgie am Uniklinikum Leipzig, unter dessen Leitung die Tagung organisiert wurde.  „Wichtig ist aber auch die Zusammenarbeit mit den Praxen. Die niedergelassenen Ärzte erhalten besonders auch Empfehlungen dafür, wie die von Hydrocephalus betroffene Kinder Ihren Alltag meistern können.“
Folgende Fragen werden u.a. beantwortet: Hydrocephalus - was ist das eigentlich? Was darf das Kind jetzt eigentlich noch tun?  Welche Diagnostik muss wirklich sein? Was ist Shunt-Abhängigkeit? Was bedeutet Ventrikulomegalie? Wie wird erfolgreich therapiert?

Neben den Medizinern werden auch Mitglieder der Selbsthilfegruppe „Arbeitsgemeinschaft Spina bifida und Hydrocephalus e.V.“ anwesend sein und sich vorstellen.

Die Universitätsmedizin Leipzig ist in Bezug auf die Behandlung und Erforschung des Hydrocephalus ein sehr traditionsreicher Ort: Hier führte der Chirurg Prof. Erwin Payr erstmals im Jahr 1911 Eingriffe zur Behandlung durch. Mit den heutigen modernen Methoden und einem interdisziplinären Behandlungsansatz werden allein am Universitätsklinikum Leipzig jährlich über 100 Patienten mit Hydrocephalus therapiert.

Ein Hydrocephalus ist eine krankhafte Erweiterung der mit Hirnflüssigkeit (Liquor) gefüllten Hohlräume (Ventrikel) des Gehirns. Durch die Ausweitung kommt es zu Druck und zur Verdrängung von Hirngewebe, was zu Entwicklungsstörungen, Epilepsie und anderen neurologischen Ausfallerscheinungen führen kann. Behandelt wird mit minimal-invasiven endoskopischen Techniken oder Drainagen (sogenannte Shunts) die ein Abfließen des Liquors ermöglichen.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Sandra Hasse.