ACHTUNG Terminkorrektur

Zöliakie-Betroffenen Kraft geben und Erfahrungen austauschen

Gruppe Leipzig der Deutschen Zöliakie Gesellschaft hat rund 250 Mitglieder – vom Kleinkind bis zur Oma

Pressemitteilung vom 30.10.2013
Patienten-Ärzte-Seminar Zöliakie am UKL
Zeit 02. November 2013, 09:00 Uhr bis 13:00 Uhr
Ort Universitätsklinikum Leipzig, Liebigstr. 14, Hörsaal Haus 1

„Wir sind nicht krank, wir können nur nicht alles essen. – Mit diesem Satz versuche ich unseren Mitgliedern und anderen Zöliakie-Betroffenen Mut zu machen. Doch so einfach ist es nicht, denn Zöliakie ist eine ernsthafte Krankheit“, sagt Martina Nickel. Sie ist, wie auch Petra Könitzer, Kontaktperson der Deutschen Zöliakie Gesellschaft, Gruppe Leipzig. An der etwas sperrigen Bezeichnung stoßen sich die beiden Frauen nicht. „Selbsthilfegruppe klingt auch nicht besser“, meint Martina Nickel. „Doch es ist nicht der Name, der die Gemeinschaft auszeichnet, sondern das Gefühl nicht allein zu sein mit diesem Krankheitsbild. Das Schwierigste an der Diät, ist die Umstellung darauf – und das fängt im Kopf an“.

Für den Zusammenhalt, der manchem Mitglied Kraft gibt und Erfahrungen vermittelt, gibt es Stammtische. „Trotz Zöliakie können wir ganz normal leben - wenn wir uns an einige wichtige Ausnahmen halten“, versichert die 58-jährige Zwenkauerin. „Wir besuchen Gaststätten, die nach Vorabsprache eine spezielle Karte mit glutenfreien Gerichten für uns anbieten. So kann jeder das Essen ganz nach seinem Appetit wählen – und kann sicher sein, von Gluten verschont zu werden“. „ Auch das heutige Angebot in einigen Supermärkten, Bioläden oder Reformhäusern hat sich gegenüber noch vor einigen Jahren doch sehr verbessert. Restaurants und Hotels stellen sich so langsam auf die immer häufiger auftretende Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß des heimischen Getreides ein“, so Martina Nickel.

In der Gruppe werden bei den Zusammenkünften im netten Rahmen Erfahrungen ausgetauscht. Natürlich über die Krankheit, aber auch darüber hinaus. So manche „dicke Freundschaft“ ist in der lustigen und optimistischen Zöliakie-Gruppe entstanden. Rund 250 eingetragene Mitglieder – vom Kleinkind bis zur Oma – hat die DZG-Gruppe Leipzig, welche die Region zwischen Torgau, Leipzig und Altenburg abdeckt. „Zöliakie-Betroffene gibt es aber wesentlich mehr. Liegt doch das Verhältnis in Deutschland nach neuesten Erkenntnissen bei ca. 1: 280 bis 1:500“, so Martina Nickel.

Für den 2. November lädt die Leipziger Gruppe deshalb alle Zöliakie-Betroffenen, deren Angehörige sowie alle Interessierten der Region ins Universitätsklinikum Leipzig ein. Innerhalb eines Patienten-Ärzte-Seminars von 9 bis 13 Uhr wird über die Krankheit informiert. Referenten sprechen u. a. über eine Leipziger Zöliakie-Studie bei Kindern und Jugendlichen, die verschiedenen Gestalten der Zöliakie sowie den Zusammenhang von Zöliakie und anderen Erkrankungen.

Anmeldung und Informationen bei: Martina Nickel – Kontaktperson der DZG-Gruppe Leipzig

Mail: dzg-selbsthilfegruppe-leipzig@gmx.de

Tel.: 034203-447951

 

Hintergrund Zöliakie

Die Zöliakie – auch Glutenunverträglichkeit genannt – ist eine dauerhafte Unverträglichkeit auf Gluten, dem Klebereiweiß des einheimischen Getreides. Werden glutenhaltige Nahrungsmittel – von Brötchen über Bier bis zu Fertiggerichten – aufgenommen, entwickelt sich eine chronische Entzündung des Dünndarms. Dadurch bilden sich die Dünndarmzotten zurück und die beschädigte Dünndarmschleimhaut ist nicht mehr in der Lage, genügend Nährstoffe aufzunehmen. So kann es zu Mangelerscheinungen und Unterernährung kommen.

Mögliche Symptome können Gewichtsverlust, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Depressionen und im Kindesalter eine verlangsamte körperliche Entwicklung sein. Die Behandlung der Krankheit besteht derzeit nur in einer lebenslangen glutenfreien Diät.


Uwe Niemann

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Pressestelle.