Starthilfe ins Leben

Nachsorgeteam des Uniklinikums Leipzig betreut frühgeborene und schwerkranke Säuglinge und ihre Eltern zu Hause weiter

Pressemitteilung vom 21.10.2013
Das Universitätsklinikum Leipzig bietet einen ganz besonderen Dienst für die Allerkleinsten an: Ein fünfköpfiges Nachsorgeteam der Neugeborenen-Intensivstation, bestehend aus einer Ärztin, einer Sozialpädagogin und drei Kinderkrankenschwestern, betreut kranke Säuglinge nach Geburt und Krankhausaufenthalt daheim weiter. Sachsenweit einmalig wird das Projekt „Leipziger AlleDabei“ durch die Krankenkassen mitfinanziert und hilft den Familien, den Alltag mit ihrem besonderen Kind aufzubauen und zu bewältigen – sozial, psychisch und pflegerisch. Nach dem ersten Bestehensjahr zieht das Team nun positive Bilanz.
Bild vergrößern Der kleine Pepe und seine Eltern (Mitte) wurden betreut von Anett Bläser(links), Christin Henri-Dressler (2.v.r.) und Katrin Mühler vom Nachsorgeteam „Leipziger AlleDabei“ des Uniklinikums Leipzig.
Foto: Stefan Straube / UKL
 

Um die Diskrepanz zwischen Rundum-Versorgung in der Universitätsklinik Leipzig und dem oft überfordernden Alltag Zuhause zu minimieren, steht das Nachsorgeteam 20 Stunden innerhalb der ersten zwölf Wochen nach der Entlassung den Familien zur Seite. In dieser Zeit finden u.a. Hausbesuche und Telefongespräche statt.

„Alle Eltern wünschen sich ein gesundes Kind. Doch manchmal kommt es anders“, weiß Sozialpädagogin Katrin Mühler, Fallmanagerin im Nachsorgeteam der Neonatologie am Uniklinikum Leipzig.  „Wenn ein Kind viel zu früh geboren, beatmet und wochenlang auf der Intensivstation überwacht wird, haben die betroffenen Eltern sehr viele Sorgen und Fragen, auch noch nach der Entlassung. Sie benötigen besonderen Beistand.“ Gemeinsam mit der Fachärztin für Pädiatrie und Neonatologie Anett Bläser hat sie das Nachsorgeteam ins Leben gerufen und über vier Jahre daran gearbeitet, Strukturen aufzubauen, Personal zu finden und die Leistungsfinanzierung über die Krankenkassen zu erhalten – bis zum erfolgreichen Start im Sommer 2012.

Zusammen mit drei Kinderkrankenschwestern betreuen Katrin Mühler und Anett Bläser bislang 28 Familien. „Wem und wie wir helfen müssen, wird von Fall zu Fall entschieden und regelmäßig im Team besprochen“, erklärt Mühler. „Unsere Schützlinge sind beispielsweise Kinder mit schweren angeborenen Erkrankungen wie Chromosomen-Anomalien und Mukoviszidose, aber auch Frühchen, die vor der 32.Schwangerschaftswoche zur Welt gekommen sind und deshalb Komplikationen hatten.“  
Die zuständige Krankenschwester, die die Kinder bereits aus der stationären Pflegeversorgung kennen, unterstützt zu Hause beispielsweise die oft schwierige Ernährungssituation, vor allem wenn Kinder mit Sonden, Pumpen oder Spezialnahrungen versorgt werden müssen. Außerdem begleitet sie die kleinen Patienten zu Kinderarztbesuchen und Spezialsprechstunden, oder hilft weiter bei der Anbindung an geeignete entwicklungsfördernde Therapieprogramme. „Gemeinsam mit den Ärzten, Schwestern, Therapeuten und Pädagogen schaffen wir ein Netzwerk, das der Entwicklung des Kindes und den Bedürfnissen der Eltern gerecht wird. Denn gerade für die ist es schwierig, die Balance zu finden zwischen angemessener Versorgung und übertriebener Vorsicht“, sagt Bläser.

In Fällen, in denen die intensive Nachsorgezeit nicht ausreicht, vermittelt das Nachsorgeteam weiter. „Auch hier suchen wir nach kompetenten Pflegediensten, Fachärzten und  Selbsthilfegruppen, damit die Familien in ihrer besonderen Situation rundum gut betreut sind. „Erfreulicherweise gelingt es uns in den meisten Fällen, die kleinen Patienten und ihre zuversichtlichen Eltern mit einem guten Gefühl zu verabschieden“, so Bläser.

Wer die Arbeit des Nachsorge-Teams kennenlernen möchte, kann dies am 15. November 2013 von 14:00-17:00 am Uniklinikum Leipzig. Dann findet im Zentrum für Frauen- und Kindermedizin zum vierten Mal der „Internationale Tag des Frühgeborenen“ statt – mit Vorträgen und zahlreichen Informationsangeboten. Dazu lädt die Abteilung für Neonatologie des UKL insbesondere Familien mit Frühchen recht herzlich ein.

 

Hintergrund

Der Name des Nachsorgeteams „Leipziger AlleDabei“  entstand aus der Idee heraus, dass  mehrere Fachdisziplinen gemeinsam daran mitwirken, dass für die Familien ein Leben mit dem besonderen Kind gelingen kann. Und weil das Team in Leipzig und Umgebung arbeitet, ist der Name auch angelehnt an einen typischen Leipziger Begriff, das "Leipziger Allerlei".

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Sandra Hasse.