Mit Weiterbildung gegen den Fachkräftemangel

Universitätsklinikum Leipzig qualifiziert seine Pflegekräfte selbst weiter

Pressemitteilung vom 02.10.2013
Leipzig. Am 1. Juli 2011 startete am Universitätsklinikum Leipzig die erste hausinterne Weiterbildung von Pflegekräften zum staatlich anerkannten Fachgesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie bzw. Fachgesundheits- und Kinderkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie. Damit reagierte das Uniklinikum Leipzig auf den akuten Fachkräftemangel in diesem Bereich. Die ersten erfolgreichen Teilnehmer, 23 an der Zahl, nahmen nach zweijähriger Ausbildung nun ihre Zertifikate entgegen. Damit sichert das Universitätsklinikum die hohe Qualität der Pflege und baut sie weiter aus.
Bild vergrößern Mit Blumen bedanken sich die frischgebackenen Fachgesundheits- und Krankenpfleger/innen für Intensivpflege und Anästhesie bei Doris Gering (2.v.r.), der Leiterin des Bildungszentrums am Uniklinikum Leipzig und Koordinatorin der Ausbildung.
Foto: Stefan Straube / UKL
 

„Die Anforderungen an die Pflege in der Intensivmedizin und Anästhesie sind besonders groß, weil dort besonders viel Apparatetechnik und schnelles Handeln erforderlich ist. Dort wird hochqualifiziertes Personal benötigt, welches der Markt in diesem Umfang leider nicht hergibt“, betont die Leiterin des Bildungszentrums am Universitätsklinikum Leipzig, Doris Gering, die selbst in diesem Sektor eine Fachausbildung absolviert und lange dort als ITS-Schwester gearbeitet hat. „Deshalb qualifizieren wir unser Personal nun selbst weiter zum Fachgesundheits- und Krankenpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesiebzw.  Fachgesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in für Intensivpflege und Anästhesie. Wir haben Kursteilnehmer, die lange auf der ITS oder in der Anästhesie tätig sind und unheimlich viel praktisches Können mitbringen. Durch die Weiterbildung erhalten sie nun zusätzlich auch ganz spezifisches medizinisches, pflegerisches und technisches Fachwissen, dass sie in die Lage versetzt, noch besser Hand in Hand mit den Ärzten zu arbeiten.“ Die Pflegekräfte können zukünftig Krankheitsbilder und Symptome noch besser verstehen und auch handhaben und so ihr eigenes pflegerisches Handeln noch effektiver planen und auch beurteilen  – was die Sicherheit des Patienten und gleichzeitig sein Wohlbefinden erhöht.

Dafür umfasst die Weiterbildung am Universitätsklinikum Leipzig 2720 Stunden, verteilt auf 720 Stunden Theorie und  2000 Stunden Praxisanteil auf Station. Dabei durchlaufen die Teilnehmer im Rotationsverfahren alle Bereiche der Intensivpflege und Anästhesie – eine Besonderheit am UKL.

„Das Besondere an der Ausbildungszeit war, dass ich mich selbst wieder stärker hinterfragt habe“, meint Teilnehmerin Heike Thormann, die schon 17 Jahre als Schwester auf der Intensivstation am UKL arbeitet. “Man macht ja doch viele Dinge so, weil man sie immer schon so gemacht hat. Ich wollte deshalb unbedingt diese Weiterbildung, um mein Wissen auf den aktuellsten Stand zu bringen. Krankheitsbilder und -verläufe kann ich jetzt gut einschätzen und noch gezielter dabei mitwirken, dass es dem Patienten besser geht.“

Das Universitätsklinikum Leipzig hat sich 2011 entschlossen selbst weiterzubilden, im Rahmen des Sächsischen Weiterbildungsgesetzes für Gesundheitsfachberufe. „Wir können so genau auf  unseren Bedarf abstimmen. Darüber hinaus kooperieren wir aber auch mit weiteren Krankhäusern in Leipzig“, betont Doris Gering. So sind in der ersten Gruppe auch 10 Teilnehmer aus dem Herzzentrum Leipzig die ihre Ausbildung demnächst noch abschließen. Den zweiten Kurs, der im Juli 2013 begonnen hat, bestreiten 35 Mitarbeiter aus dem UKL, Herzzentrum und Parkkrankenhaus gemeinsam.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Sandra Hasse.