Gemeinsame Pressemitteilung des Universitätsklinikums Leipzig und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe

UKL-Projekt mit Carlsson Wedemeyer-Förderpreis 2013 ausgezeichnet

„APPLAUS!“ – ein kreativtherapeutisches und kreativpädagogisches Gruppenangebot in der Behandlung von depressiven Kindern und Jugendlichen

Pressemitteilung vom 01.09.2013
Leipzig, 1. September 2013 – Im Rahmen des 2. Deutschen Patientenkongresses Depression am 1. September im Gewandhaus zu Leipzig wird der mit 10.000 Euro dotierte Carlsson Wedemeyer-Förderpreis zum zweiten Mal vergeben. Privatdozentin Dr. Christine Rummel-Kluge, Geschäftsführerin der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, verleiht den Preis an das Gewinnerteam der Ausschreibung: Tobias Piontek, Dr. Annette Klein, Matthias Bega, Sarah Gefeller und Julischka Richter. Der Preis finanziert ein Projekt der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Leipzig, das die Erforschung eines kreativtherapeutischen und -pädagogischen, ambulanten Gruppenangebotes für Kinder und Jugendliche mit einer depressiven Erkrankung ermöglicht.
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Durch die Nutzung von künstlerischen Elementen aus den Bereichen Musik, Theater, Bewegung und Tanz soll für die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen ein Experimentierfeld und Erlebnisraum geschaffen werden. Konkret ist geplant, eine gemeinsame Geschichte zum Thema „Helden“ zu entwickeln, die dann künstlerisch in lebensgroße Bilder übertragen wird und im Rahmen einer gemeinsamen Ausstellung präsentiert wird. „APPLAUS!“ stellt eine Intervention dar, die zusätzlich zu einer ambulanten psychiatrischen und/oder psychotherapeutischen Behandlung durchgeführt wird.

„Mit dem Carlsson Wedemeyer-Förderpreis möchte die Stiftung Deutsche Depressionshilfe Forschungsvorhaben zur Optimierung der Versorgung depressiv erkrankter Kinder und Jugendlicher fördern“, erläutert Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. „Mit dem Antrag zum kreativtherapeutischen, ambulanten Gruppenangebot bei depressiven Kindern und Jugendlichen wurde die Idee des Förderpreises sehr gut umgesetzt. Die bereits bestehenden Vorerfahrungen im stationären Bereich sollen nun in den ambulanten Bereich übertragen werden. Die Wirksamkeit von kreativtherapeutischen Zusatzangeboten wurde bislang noch nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht. Das möchten wir ändern und mit der Auswahl dieses Projektes einen Beitrag dazu leisten“, erklärt Privatdozentin Dr. Christine Rummel-Kluge.

Das Forschungsprojekt – mit einem kreativtherapeutischen Angebot die Behandlung der Depression unterstützen

Depressionen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter in Deutschland. Hier besteht ein hoher Bedarf an zielgerichteten psychotherapeutischen Angeboten, um ungünstige Entwicklungsverläufe zu reduzieren.

Kreativtherapeutische und -pädagogische Angebote stellen eine bewährte und effektive Behandlungsmöglichkeit bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen dar. Bezogen auf den gezielten Einsatz kreativer Gruppenangebote bei Depression sind jedoch kaum empirische Studien vorhanden. „Gerade jedoch hier“, so Klinikdirektor Prof. Dr. Kai von Klitzing, „kann das Potential verschiedenster künstlerischer Medien und Ausdrucksformen für Kinder und Jugendliche eine gewinnbringende therapieergänzende Maßnahme sein, die zu einem nachhaltigen Behandlungserfolg beiträgt. Durch die Öffnung nach außen in Form von externen Kooperationspartnern und der gleichzeitigen Einbeziehung von nichtbetroffenen Kindern und Jugendlichen leistet das Projekt zudem in vorbildlicher Weise Aufklärungsarbeit und trägt zur Entstigmatisierung bei“. Folgende Kernziele stehen im Vordergrund: Verringerung der depressiven Symptomatik, positive Beeinflussung der Selbstwahrnehmung, Schulung der sozialen Kompetenzen sowie Förderung und Wiederentdecken von Ressourcen und Fähigkeiten. Unter Nutzung der Gruppendynamik werden den Teilnehmern in der Begegnung mit anderen neue emotionale Erfahrungen, unmittelbare Beziehungen und zwischenmenschliches Lernen ermöglicht.
Der Carlsson Wedemeyer-Förderpreis 2013 schafft die Basis für eine weitere Etablierung und wissenschaftliche Begleitforschung von „APPLAUS!“.

Die Projektgruppe

Durchgeführt wird das Projekt im Rahmen der ambulanten Betreuung von Kindern und Jugendlichen in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Leipzig (Klinikdirektor Prof. Dr. Kai von Klitzing). Ein interdisziplinäres Team aus erfahrenen Pädagogen und Therapeuten (Leitung Tobias Piontek) ist am Projekt beteiligt. Die begleitende Studie wird von der Forschungsabteilung der Klinik (Dr. phil. Annette Klein) unterstützt. Darüber hinaus sind bei der Durchführung des Projektes zwei Kunstpädagoginnen (Sarah Gefeller, Julischka Richter) und ein Regisseur/Schauspieler (Matthias Bega) beteiligt. Ständiger Kooperationspartner ist in diesem Zusammenhang die Musikschule „Johann Sebastian Bach“ Leipzig.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Pressestelle.