Gedanklich und motorisch schnell: Sportliche Leistungen im Fokus von Leipziger Nachwuchsforschern

Pressemitteilung vom 01.08.2013
Möglichst schnell aus den Startblöcken und ins Ziel kommen wollen die Läufer bei der Leichtathletik-WM, die am 10. August in Moskau beginnt. Ihre Schnelligkeit hängt dabei nicht zuletzt von kognitiven Prozessen wie der Informationsaufnahme und -verarbeitung ab. Eine Nachwuchsforschergruppe an der Universität Leipzig geht der Frage nach, welche Faktoren die motorische Schnelligkeit bestimmen und welche Bezüge zur kognitiven Schnelligkeit bestehen. Das Projekt wird mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Freistaates Sachsen in Höhe von 464.000 Euro gefördert.

Koordiniert wird das fakultätsübergreifende Projekt, das am 1. September beginnt und bis Ende kommenden Jahres läuft, von Prof. Dr. Maren Witt. "Unsere Nachwuchswissenschaftler werden Fragen von motorischer und kognitiver Schnelligkeit in der gesamten Lebensspanne untersuchen", sagt die Sportwissenschaftlerin. Die Einflüsse des zentralen Nervensystems stünden dabei ebenso im Fokus wie die genetischen. "Uns interessiert vor allem der Zusammenhang zwischen kognitiver und motorischer Schnelligkeitsentwicklung im Kindesalter sowie deren Erhalt bei älteren Menschen. Dazu sollen Trainingsprogramme entwickelt werden." Im Projekt "Motorische Schnelligkeit und Kognition" gehe es um allgemeine Erkenntnisse. "Wir wollen nicht nur grundlagenorientiert arbeiten und werden daher sowohl mit Leichtathleten, Turnern und Schwimmern als auch mit Trainern im Gesundheitssport zusammenarbeiten."

Fünf Doktoranden und drei Postdoktoranden gehören der Forschergruppe an. Kooperierende Einrichtungen sind von der Universität Leipzig die Sportwissenschaftliche Fakultät, das Institut für Psychologie und das Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie, darüber hinaus die Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Leipzig, das Max-Planck Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften sowie die Universum Akademie Leipzig. Mit einbezogen sind u.a. der Landessportbund Sachsen und der SC DHfK Leipzig.

Carsten Heckmann