Vor dem Urlaub an den Impfschutz denken

UKL-Mediziner beraten Reisende in einer speziellen Sprechstunde

Pressemitteilung vom 12.07.2013
Leipzig. Sommerzeit ist Reisezeit. Damit die Urlaubsfreude ungetrübt bleibt, sollte rechtzeitig vor dem Start in die Ferien auch der Impfschutz überprüft werden, rät der Infektiologe Dr. Christoph Lübbert. Er ist Oberarzt am Universitätsklinikum Leipzig und leitet gemeinsam mit Professor Stefan Schubert den Fachbereich Infektions- und Tropenmedizin.
Bild vergrößern Dr. Christoph Lübbert berät am UKL in der reisemedizinischen Sprechstunde.
Foto: Stefan Straube/ UKL
 

„Die notwendige Prophylaxe hängt davon ab, wo die Reise hingeht“, so Dr. Lübbert. Generell sei jedoch ein Basisschutz nötig, der neben Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie auch jene gegen Masern und Mumps sowie evtl. Kinderlähmung umfasst. Eine zusätzliche Auffrischimpfung gegen Keuchhusten ist zudem für Erwachsene im Rahmen der Auffrischung gegen Tetanus und Diphtherie zu empfehlen, da die in der Kindheit vorgenommene Immunisierung nicht, wie lange angenommen, ein Leben lang anhält.

Spätestens vier bis sechs Wochen vor dem Antritt der Reise sollte der Impfstatus idealerweise überprüft werden. In der Impfsprechstunde des UKL sehen die Mediziner gemeinsam mit den Reisenden den Impfpass durch und beraten, welche Prophylaxe notwendig ist. „Weniger ist dabei manchmal mehr, denn nicht jede verfügbare Impfung ist immer und unbedingt indiziert. Wir schauen genau, was individuell sinnvoll ist“, sagt Dr. Lübbert.

Je nach Reiseziel kommen dann zum Basis-Schutz weitere Impfungen dazu, so ist bei einem Aufenthalt in den Tropen eine Impfprophylaxe gegen Hepatitis A und ggf.auch eine Chemoprophylaxe (also die vorbeugende Einnahme von Tabletten) gegen

Malaria wichtig. Urlauber in Afrika und verschiedenen Ländern Südamerikas sollten sich gegen Gelbfieber impfen lassen, in einigen Ländern muss Typhus, Meningokokken-Meningitis (eine schwer verlaufende Form der Hirnhautentzündung) oder Tollwut vorgebeugt werden. Spezielle Impfungen wie z.B. gegen Japanische Enzephalitis können für bestimmte Personen bei längeren Reisen nach Südostasien in Frage kommen.

Wer seinen Urlaub dagegen in Deutschland verbringt, für den ist in einigen Regionen ebenfalls eine weitere Immunisierung sinnvoll: „Bayern, Baden-Württemberg, der Süden Hessens und Teile Thüringens zählen zu den FSME-Risikogebieten. Reisende sollten sich gegen die Hirnhautentzündung, die durch Zeckenstiche übertragen wird, impfen lassen“, so Dr. Lübbert.

Neben den Impfungen steht in der UKL-Sprechstunde die Beratung der Reisenden im Vordergrund, die hier auch kurzfristig einen Termin vereinbaren können. Ältere Patienten haben die Möglichkeit, sich auf ihre Reisetauglichkeit untersuchen lassen. „Wir versuchen in der Sprechstunde wichtige Tipps zu geben, damit es gar nicht erst zu Infektionen kommt. Lange Kleidung schützt beispielsweise Kinder und Erwachsene gleichermaßen vor Insekten und Zeckenstichen. Außerdem sollten Auslandsreisende eine alte Weisheit berücksichtigen, um Magen-Darm-Infektionen vorzubeugen: Cook it, boil it, peel it or forget it“, sagt der Infektionsmediziner. Was man also nicht kochen, braten oder schälen kann, sollte man gar nicht erst zu sich nehmen.

Information

Termine für die reisemedizinische Beratung und die Impfsprechstunde am UKL können unter 0341 – 97 12222 vereinbart werden.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Ines Christ.