Viertes internationales Symposium und Kick-off-Meeting für Nachwuchsforschergruppen

Pressemitteilung vom 05.07.2013
Der Profilbildende Forschungsbereich "Molekulare und zelluläre Kommunikation: Biotechnologie, Bioinformatik und Biomedizin in Therapie und Diagnostik" (PbF 3) der Universität Leipzig veranstaltet vom 8. bis 9. Juli 2013 ein internationales wissenschaftliches Symposium. Im Mittelpunkt der Veranstaltung im Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum (BBZ) der Universität Leipzig steht die weitere Ausgestaltung und Festigung der Universitätspartnerschaft mit der Vanderbilt University. Sie dient zugleich als Kick-off-Meeting für zwei neue Nachwuchsforschergruppen die durch das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mit Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert werden.

Das vierte wissenschaftliche Symposium des PbF 3 steht im Zusammenhang mit den Planungen der Universität Leipzig und der Vanderbilt Universität (Nashville, Tennessee, USA) ein "Internationales Verbundprojekt" (Centre for Research and Education) zu gründen. In Anbetracht der komplementären Stärken im Forschungsprofil beider Universitäten, insbesondere auf den Gebieten der Biochemie und Biomedizin sowie verwandter Disziplinen, wurde die Institutionalisierung dieser Partnerschaft auf Universitätsebene angestrebt. Am Montag (8. Juli 2013) wird das Symposium durch die Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. Beate Schücking, eröffnet und die bestehende Vereinbarung zur bilateralen Universitätspartnerschaft unterzeichnet. Für weitere fünf Jahre werden damit Forschungsaustausche ermöglicht, mit dem Ziel eine institutionalisierte Nachwuchsförderung innerhalb der Universitätskooperation zu etablieren. Im Rahmen des Symposiums werden in 16 Vorträgen die Verbundforschungsprojekte der Hochschulen vorgestellt und übergreifende wissenschaftliche Fragestellungen diskutiert.

Die intensive Zusammenarbeit wurde bereits 2009 initiiert und durch Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), des PbF 3 der Universität Leipzig und der Vanderbilt Universität finanziell getragen. Bislang fanden drei wissenschaftliche Symposien in Leipzig und Nashville sowie 38 zwei- bis dreimonatige Forschungsaufenthalte von Nachwuchswissenschaftlern an der jeweiligen Partnerhochschule statt.  In diesem Jahr ergänzt wird das Programm durch Lehrveranstaltungen von drei Hochschullehrern aus Nashville in Leipzig, die unter anderem im Rahmen des Leibniz-Programmes der Universität Leipzig unterstützt werden.

Aus Mitteln des ESF und des Freistaates Sachsen werden ab Juli 2013 bis Dezember 2014 zwei Nachwuchsforschergruppen zur "Ligandenbindung" sowie zur "Signaltransduktion" von G-protein-gekoppelten Rezeptoren an der Universität Leipzig mit insgesamt 977.000 Euro gefördert. 13 Nachwuchswissenschaftler der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie und des BBZ promovieren in Forschungsprojekten zur Entwicklung neuartiger Wirkstoffe zur Behandlung schwerwiegender Erkrankungen. Die Teilprojekte werden in enger Zusammenarbeit mit beteiligten Wissenschaftlern der Vanderbilt Universität realisiert. "Wir ermöglichen damit eine exzellente Doktorandenqualifizierung, die an der Universität Leipzig einmalig ist. Den beteiligten Nachwuchswissenschaftlern wird ein interdisziplinäres Netzwerk mit renommierten Forschern zur Verfügung gestellt, in dem sie Erfahrungen in einem internationalen Forschungsprojekt sammeln", sagt Prof. Dr. Annette Beck-Sickinger, Leiterin der Nachwuchsforschergruppen und Initiatorin der Universitätspartnerschaft.

Die internationalen Nachwuchsforschergruppen sollen dazu beitragen, die Netzwerkbildung zwischen der Universität Leipzig und sächsischen Industrieunternehmen gezielt auszubauen, zu internationalisieren und die Ansiedlung weiterer exzellenter Wissenschaftler sowie neuer Verbund- und Industrieprojekte zu fördern. Neben den sächsischen Biotechnologieunternehmen Pattern Expert GmbH und QIAGEN Leipzig GmbH sind auch andere mitteldeutsche und überregionale Firmen, die im Bereich der Wirkstoffentwicklung aktiv sind, am Verbundprojekt beteiligt.

Im Fokus der Nachwuchsforschergruppen steht die Biosynthese, Bindung und Signalweiterleitung von Molekülen an ihre Rezeptoren. Hormone und Transmitter wirken in besonderer Weise regulierend auf den zellulären Stoffhaushalt und können zu bekannten Fehlfunktionen und Volkskrankheiten, wie Bluthochdruck, Adipositas (Fettleibigkeit), neuronale Fehlfunktionen oder Schmerzen, führen. Um dieser Herausforderung auch in der zukünftigen Entwicklung des Forschungs- und Technologiestandortes Sachsen gerecht werden zu können, ist der gezielte Ausbau von zwei Kernpunkten geplant, die sich mit der Erforschung neuartiger Wirkstoffe und der damit verbundenen anwendungstechnischen Untersuchungen und übergreifenden Therapiestrategien beschäftigen.

Mentoren dieses Projektes, die überwiegend dem BBZ angehören, sind Prof. Dr. Annette G. Beck-Sickinger, Prof. Dr. Andrea Robitzki, Dr. Jan Stichel, Dr. René Meier (alle Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie), Prof. Dr. Evamarie Hey-Hawkins, Prof. Dr. Norbert Sträter, Prof. Dr. Thorsten Berg (alle Fakultät für Chemie und Mineralogie), Prof. Dr. Daniel Huster, Prof. Dr. Torsten Schöneberg, Prof. Dr. Ralf Paschke, Dr. Peter Schmidt (alle Medizinische Fakultät) sowie Prof. Dr. Peter Stadler (Fakultät für Mathematik und Informatik).

Hintergrund

Biotechnologisch-Biomedizinisches Zentrum (BBZ)

Das BBZ wurde 2003 als Zentrale Wissenschaftliche Einrichtung der Universität Leipzig gegründet. Es fördert die Vernetzung der Forschung innerhalb der Universität unter gleichzeitiger Nutzung der dabei entstehenden interdisziplinären Synergien. In Kooperation mit den biotechnologisch relevanten Gruppen in einem Life-Science-Verbund an der Universität Leipzig konnte die exzellente Entwicklung im Bereich Biotechnologie mit nationaler und internationaler Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit vorangetrieben werden. Wissens- und erfahrungsintensive Innovationsfelder sind für den Biotechnologiestandort Leipzig von hoher Bedeutung. Neben hochrangiger angewandter und Grundlagenforschung ist es gelungen, eine international kompetitive Entwicklungs- und Verwertungsplattform am BBZ zu etablieren. Aufgrund dieser Kompetenz und Kapazität steht das BBZ nunmehr auch der technologischen Konsultation für Partner aus der Forschung und Industrie zur Verfügung.

Susann Huster