Sozialpädiatrisches Zentrum am UKL erfolgreich gestartet

Neues Angebot der Kinderklinik schließt Versorgungslücke

Pressemitteilung vom 04.07.2013
Leipzig. Das neu eingerichtete Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) am Universitätsklinikum Leipzig ist erfolgreich gestartet. Die Nachfrage nach dem interdisziplinären Behandlungsangebot für Kinder mit Behinderungen und Entwicklungsstörungen ist enorm. Sechs Monate nach der Eröffnung zeichnet sich ab, dass der Bedarf an den medizinischen und psychosozialen Angeboten des SPZ sehr groß ist.
Bild vergrößern Von Beginn an stark gefragt: Das Team des Sozialpädiatrischen Zentrums am Universitätsklinikum Leipzig.
Foto: Stefan Straube/ UKL
 

Kinder mit Behinderungen oder Erkrankungen, die zu Entwicklungsauffälligkeiten führen, benötigen eine besondere und umfassende Hilfe über die ärztliche Behandlung hinaus. Das neue Zentrum an der UKL-Kinderklinik bietet den Kindern und deren Eltern daher eine ganzheitliche Unterstützung unter einem Dach - Neuropädiater, Psychologin, Sozialarbeiterin und Familientherapeutin arbeiten hier Hand in Hand mit Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden und Kinder- und Jugendkrankenschwestern. „Unser Ziel ist eine Rundum-Betreuung, die neben der Therapie für die Kinder auch die Begleitung der Eltern und der Geschwisterkinder einschließt“, erklärt Prof. Dr. Andreas Merkenschlager, Leiter der Neuropädiatrie und des Sozialpädiatrischen Zentrums an der UKL-Kinderklinik. „Dabei kommt es uns gerade auch auf eine umfangreiche kinderneurologische Betreuung an“, ergänzt Dr. Astrid Bertsche, Neuropädiaterin am SPZ.

Die Fachexperten im SPZ arbeiten in einem interdisziplinären Behandlungsteam zusammen und entwickeln dort die jeweils passenden Förderkonzepte. „Diese sind von Fall zu Fall sehr individuell und müssen die ganze Familie im Blick haben“, erläutert Cordula Jackisch, Sozialarbeiterin und systemische Familientherapeutin. Betreut werden Kinder und Jugendliche vom Neugeborenalter bis zum bis 18. Lebensjahr mit unterschiedlichsten Grunderkrankungen oder Risikofaktoren. „Ein Kind mit einer schweren Epilepsie braucht andere Hilfe als ein mehrfachbehindertes Kind oder ein Kind mit Entwicklungsauffälligkeiten, die jeweiligen besonderen psychosoziale Umstände müssen berücksichtigt werden“, beschreibt Psychologin Constanze Wolfram. Für die bestmögliche Versorgung dieser Fälle steht den Fachleuten im SPZ daher jederzeit auch das gesamte weitere Expertenwissen der anderen Disziplinen am Uniklinikum zur Verfügung. Die gut besuchten Sprechstunden finden regelmäßig zwischen 8 und 16 Uhr statt. Manche Familien nehmen dafür selbst Anreisewege von bis zu zwei Stunden auf sich.

„Wir freuen uns, dass wir dadurch jetzt ein weiteres ganzheitliches Therapieangebot für die schwerkranken Kinder hier in der Region anbieten können und mit unserer Schwerpunktsetzung eine Versorgungslücke in Leipzig und weiterem Umland schließen“, sagt Prof. Dr. Wieland Kieß, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig.

Der Bedarf sei sehr groß, dass zeige die starke Nachfrage seit der Etablierung des Zentrums zum Jahresbeginn. Monatlich kommen 80 bis 100 Patienten in das UKL-Zentrum. „Das ist auf der einen Seite natürlich sehr gut so, weil so möglichst viele Betroffene die notwendige Hilfe erhalten können“, so Prof. Kieß. „Auf der anderen Seite zeichnet sich aber auch ab, dass wir perspektivisch unsere Leistungen ausweiten müssen, um den Bedarf abdecken zu können.“

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.