Hochleistungskommunikation zwischen Zellen - Heisenberg-Professur für Neurophysiologen

Pressemitteilung vom 25.06.2013
Der Neurophysiologe Stefan Hallermann (37) hat an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig einen Lehrstuhl für Neurophysiologie am Carl-Ludwig-Institut übernommen. Er beschäftigt sich mit den Mechanismen im Gehirn, die den schnellen Informationsaustausch zwischen Nervenzellen sichern. Mit seiner Forschungsarbeit will Hallermann zu einem besseren Verständnis der Funktionsweise unseres Gehirns beitragen.
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Foto: privat
 

Die Informationsverarbeitung des Nervensystems beruht auf einer hochfrequenten Übertragung über spezialisierte Zell-Zell-Kontakte. Mit hunderten solcher Synapsen kann jede einzelne Nervenzelle des Gehirns mit anderen Nervenzellen kommunizieren. Obwohl viele der daran beteiligten Moleküle bekannt sind, ist ihr zeitliches und räumliches Zusammenspiel noch nicht entschlüsselt. "Mich fasziniert die Möglichkeit, die erstaunlichen Fähigkeiten unseres Gehirns mit naturwissenschaftlichen Methoden zu untersuchen", sagt Hallermann. "In meiner Arbeitsgruppe nutzen wir einen interdisziplinären Ansatz, um die Kommunikation der Nervenzellen besser zu verstehen. Wir wollen die Funktion kleinster Bestandteile der Nervenzellen (Proteine) sowie das Zusammenspiel der Nervenzellen im Netzwerk entschlüsseln. Zusätzlich motiviert uns die Aussicht, dass unsere Forschung langfristig zu besseren therapeutischen Möglichkeiten in der Neurologie und Psychiatrie führen könnte."

Prof. Dr. med. Dipl. phys. Stefan Hallermann hat Physik und Humanmedizin in München und Freiburg studiert. Sein wissenschaftlicher Weg führte ihn über Canberra/Australien, Würzburg, Leipzig, wo er 2011 habilitierte, und Göttingen wieder zurück nach Leipzig. Er war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und ist Preisträger des Du Bois-Reymond Preises der Deutschen Physiologischen Gesellschaft. Das Heisenberg-Förderprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat ihm den Weg zur Heisenberg-Professur in Leipzig geebnet. Ziel der Förderung ist es, Fortschritte in der Forschung sowie das Nachwuchspotential für die Wissenschaft voranzubringen.

Diana Smikalla