Stammzellspender für Moritz gefunden

Pressemitteilung vom 03.05.2013
Leipzig. Keiner hat erwartet, dass es so schnell gehen würde: Knapp vier Wochen nach der eingeleiteten Spendersuche für den an Leukämie erkrankten Moritz aus Großlehna kann die Familie nun die gute Nachricht verkünden, dass ein passender Stammzellspender für ihren Sohn gefunden wurde. Moritz kann jetzt fest hoffen, dass er den Kampf gegen die Leukämie gewinnen kann.
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Für die Eltern von Moritz war die Nachricht über den gefundenen Spender kaum zu fassen. Die Klinik habe ihn und seine Frau vor wenigen Tagen informiert, dass es einen Spender für Moritz gäbe, berichtet Falko K. über diese positive Schicksalsfügung. Bei dem potenziellen Spender und Moritz würden zehn von zehn Merkmalen übereinstimmen. „Wir sind sehr froh, dass bereits nach so kurzer Zeit ein Spender für Moritz gefunden werden konnte. Auch wenn man uns sagte, dass Moritz keine sehr seltenen Gewebemerkmale hätte, haben wir nicht geglaubt, dass es so schnell gehen würde. Nun können wir vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken“.

Die behandelten Ärzte im Leipziger Universitätsklinikum hatten bei Moritz im März eine besonders schwere Form der lebensbedrohlichen Blutkrankheit festgestellt, so dass sie ihn in die Hochrisikogruppe einstufen mussten. Für diese Patienten besteht die einzige Chance auf Heilung nur noch in der Transplantation gesunder Blutstammzellen eines gewebeidentischen Spenders.

Wann nun die Transplantation der hoffentlich lebensrettenden Stammzellen im Universitätsklinikum geplant ist, steht noch nicht genau fest. Moritz erhält derzeit den zweiten Chemotherapieblock, um das kranke Knochenmark zu zerstören und für die Transplantation vorzubereiten.

Am Montag haben die Ärzte der kinderonkologischen Station des Universitätsklinikums Moritz für ein paar Tage nach Hause zu seiner Familie entlassen, damit er sich etwas von den Strapazen der aggressiven Therapie erholen kann. Dabei trägt er die ganze Zeit einen Mundschutz, um sein stark angegriffenes Immunsystem nicht weiter durch schädliche Umwelteinflüsse zu gefährden. Am Dienstag besuchte er dann die „Nils-Holgersson-Grundschule“ in Großlehna, in der er in die dritte Klasse geht und hat dort am Zaun seinen Schulkameraden gewunken. Die Schule unter der Leitung von Frau Ute Jakob hatte am vergangenen Samstag „emotionale Geschichte“ geschrieben: Weit über tausend Menschen hatten sich von Moritz‘ persönlichem Schicksal bewegen lassen und nahmen an einer in nur drei Wochen organisierten Typisierungs- und Blutspendeaktion der Blutbank Leipzig teil, um sich als potenzieller Knochenmark- bzw. Blutstammzellspender in der Stammzellspenderdatei Leipzig registrieren zu lassen. 1.130 Freiwillige ließen ihre Gewebemerkmale durch die Abnahme einer kleinen Blutprobe bestimmen und 190 entschieden sich zugleich, zusätzlich eine Vollblutspende zu leisten. Um dem unerwartet hohen Andrang Herr zu werden, hatten sich Ärzte und Schwestern aus dem Ort spontan bereit erklärt, das Team der Blutbank bei den Blutabnahmen für die Typisierungen zu unterstützen. Diese Aktion wurde auf Initiative der Eltern von Moritz organisiert, um die Suche nach einem passenden Spender für ihren Sohn aktiv zu unterstützen.

„Diese unglaubliche Welle der Hilfsbereitschaft, die wir in den letzten Wochen und vor allem am vergangenen Samstag während der Aktion erfahren durften, haben Moritz und uns gestärkt“, sagte Vater Falko K. gestern hoffnungsvoll. „Wir sind einfach nur unglaublich dankbar dafür, wie viele Menschen unserer kleinen Familie zur Seite stehen und uns durch ihre Anteilnahme wieder Zuversicht geben.“ Mit der Videokamera hatte er für seinen Sohn die großen und kleinen Momente der Typisierungsaktion in der Schule festgehalten. „Moritz konnte es kaum glauben, als er auf den Bildern sah, wie viele Menschen trotz des schlechten Wetters und den langen Wartezeiten bereit gewesen seien, ihm zu helfen.“ Dieser Zuspruch gebe der Familie jetzt die notwendige Kraft, die Herausforderungen der kommenden Wochen und Monate gemeinsam gut zu bewältigen.

Wer sich gern in der Freiwilligen Stammzellspenderdatei Leipzig registrieren lassen möchte, kann dies jederzeit in den Spendeeinrichtungen der Blutbank Leipzig tun. Informationen zur Blutspende am Universitätsklinikum Leipzig sowie zur Typisierung als Knochenmark- und Blutstammzellspender gibt es unter Tel. 0341 / 97 25 393 oder im Internet unter www.blutbank-leipzig.de

Knochenmarktypisierung:

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 11.000 Menschen an einer bösartigen Blutkrankheit, wie z.B. Leukämie. Wichtig für den Erfolg einer Stammzelltransplantation ist die möglichst genaue Übereinstimmung der Gewebemerkmale von Spender und Empfänger. Etwa ein Drittel der deutschen Patienten findet einen geeigneten Spender im unmittelbaren Verwandtenkreis. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten muss jedoch nach einem geeigneten nicht verwandten Fremdspender gesucht werden.

Das Institut für Transfusionsmedizin Leipzig

Das Institut für Transfusionsmedizin ist der größte Blutspendedienst der Region und der zweitgrößte universitäre Blutspendedienst Deutschlands. Es verwaltet das Blutkonservenzentraldepot des Universitätsklinikums und versorgt als Dienstleistungsunternehmen das Universitätsklinikum Leipzig sowie Krankenhäuser des Regierungsbezirkes Leipzig.

In der Freiwilligen Stammzellspenderdatei am Leipziger Universitätsklinikum sind über 7.000 freiwillige Spender registriert, die zum großen Teil auch gleichzeitig und regelmäßig Blut spenden.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Anja Grießer.