Hilfe für Moritz: Dringend Stammzellspender gesucht!

Typisierungsaktion für schwerkranken Jungen am 27.04.13 in Markranstädt OT Großlehna / Auch Vollblutspenden möglich

Pressemitteilung vom 22.04.2013
Leipzig. Plötzlich ist alles anders: Anfang März erkrankt der neunjährige Moritz Kahle aus Markranstädt bei Leipzig an myolischer Leukämie, einer schweren und vor allem lebensbedrohlichen Blutkrankheit. Die Untersuchungen durch die behandelnden Ärzte im Universitätsklinikum Leipzig ergeben, dass Moritz in die Hochrisikogruppe eingestuft werden muss. Die einzige Chance, sein Leben zu retten, besteht in der Übertragung gesunder Blutstammzellen eines passenden Spenders.
Bild vergrößern Moritz ist dringend auf einen Stammzellspender angewiesen.
Foto: privat
 

Samstag, 27.04.2013
Zeit:          10 bis 15 Uhr
Ort:           Grundschule „Nils Holgersson“, Schwedenstr. 1
                   in 04420 Markranstädt OT Großlehna.

Zur Aktion ist bitte der Personalausweis mitzubringen.

Um die Suche nach seinem „genetischen Zwilling“ aktiv zu unterstützen, führt die Blutbank Leipzig auf Initiative der Familie von Moritz eine Typisierungsaktion durch, bei der sich Freiwillige als potenzielle Knochenmark- bzw. Blutstammzellspender registrieren lassen können. „Wir wünschen uns von ganzem Herzen, dass Moritz bald wieder gesund ist und Spaß am Leben hat“, sagte Falko Kahle, Moritz’ Vater. Mit diesem Wunsch einher gehe die Hoffnung, dass sich am 27. April möglichst viele Typisierungswillige in der Grundschule Großlehna einfinden: „Es ist schon jetzt unfassbar, wie groß die Resonanz auf die Ankündigung dieser Aktion ist und wie viele Unterstützungsangebote wir erhalten. Wir sind einfach nur unglaublich dankbar darüber, wie viele Menschen Moritz helfen wollen."

Für die Untersuchung der Gewebemerkmale im Rahmen der Typisierungsaktion der Blutbank Leipzig werden 10 ml Blut benötigt. Registriert ist man dann als potenzieller Knochenmark- bzw. Stammzellspender in der Freiwilligen Stammzellspenderdatei des Leipziger Universitätsklinikums. Stimmen die Gewebemerkmale mit denen von Moritz oder eines anderen Patienten überein, werden die Spender, die zwischen 18 und 55 Jahre alt sein dürfen, sofort durch die Mitarbeiter der Blutbank informiert.

Am Tag der Aktion besteht neben der Typisierung auch die Möglichkeit, eine Vollblutspende zu leisten. Jeder, der zwischen 18 und 68 Jahre alt ist, mindestens 50 kg wiegt und sich gesundheitlich fit fühlt, kann diese Gelegenheit nutzen. Im Universitätsklinikum Leipzig werden inzwischen 55 Prozent aller gespendeten Blutprodukte für Behandlungen und Therapien bei Krebserkrankungen eingesetzt, denn unter anderem durch vorangegangene Chemotherapien werden die körpereigenen blutbildenden Zellen zerstört. Viele Patienten sind also vor und nach einer lebensrettenden Knochenmark- bzw. Blutstammzelltransplantation auf die Gabe von roten Blutzellen (Erythrozytenkonzentrate) und Blutplättchen (Thrombozytenkonzentrate) angewiesen. Der schwerkranke Moritz selbst  hat bisher 16 Blutprodukte erhalten.

Vollblutspender können sich an diesem Tag über einen Einkaufsgutschein freuen. Für einen stärkenden Imbiss nach der Blutspende ist ebenfalls gesorgt.

Wer am 27. April keine Zeit hat, kann sich jederzeit in den Spendeeinrichtungen der Blutbank Leipzig typisieren lassen. Informationen zur Blutspende am Universitätsklinikum Leipzig sowie zur Typisierung als Knochenmark- und Stammzellspender gibt es unter Tel. 0341-97 25 393 oder auch im Internet unter www.blutbank-leipzig.de

 

Hintergrund Knochenmarktypisierung:

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 11.000 Menschen an einer bösartigen Blutkrankheit, wie z.B. Leukämie. Wenn eine medikamentöse Behandlung nicht mehr hilft, ist die Transplantation von Knochenmark- oder Blutstammzellen gesunder Spender die einzige Chance auf Leben und Heilung. Wichtig für den Erfolg einer Stammzelltransplantation ist die möglichst genaue Übereinstimmung der Gewebemerkmale von Spender und Empfänger. Etwa ein Drittel der deutschen Patienten findet einen geeigneten Spender im unmittelbaren Verwandtenkreis. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten muss jedoch nach einem geeigneten nicht verwandten Fremdspender gesucht werden. Inzwischen gibt es weltweit über 20 Millionen Spendewillige, davon in Deutschland mehr als 4,7 Millionen. In der Freiwilligen Stammzellspenderdatei am Leipziger Universitätsklinikum sind fast 6.000 freiwillige Spender registriert, die zum großen Teil auch gleichzeitig und regelmäßig Blut spenden.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Ines Christ.