Patient überlebt Riss der Bauchschlagader

UKL-Chirurgen retten mit modernstem Verfahren ehemaligen Reclam-Verlagsdirektor

Pressemitteilung vom 10.04.2013
Leipzig. Das reibungslose Zusammenspiel der Leipziger Uniklinik-Experten war seine Rettung: Prof. Roland Opitz, ehemals Leiter des Reclam-Verlages in Leipzig, überlebte einen Riss der Bauchschlagader. Er ist damit einer von über 80 Patienten, denen am UKL im Notfall so das Leben gerettet werden konnte. Möglich wurde dies durch den Einsatz eines hochmodernen Verfahrens seitens der UKL-Chirurgen – einer minimalinvasiven Abdichtung der Schlagader. Der Einsatz dieses Verfahrens in Notsituationen verlangt vom Operationsteam viel Erfahrung.
Bild vergrößern Oberarzt Dr. Peter Fellmer besucht nach dem geglückten Eingriff Prof. Roland Opitz. Foto: UKL  

„Früher waren Operationen bei der geplatzten Bauchschlagader heroische Eingriffe, die nur etwa die Hälfte der Patienten überstand“, erläutert Oberarzt Dr. Peter Fellmer die Fortschritte auf seinem Gebiet. Der Operateur leitet am Universitätsklinikum Leipzig die Gefäßchirurgie.  „Das von uns angewandte moderne Abdichten der Blutung über die Leiste, ein Verfahren ähnlich wie bei einem Herzkatheter, ist für den Patienten deutlich sicherer und weniger gefährlich“, so Oberarzt Fellmer.

Ohne Narkose und ohne Hautschnitte wird dabei dem Patienten eine innere Gefäßstütze (Stent) eingesetzt. Diese verschließt die Blutung von innen und belastet den durch den starken Blutverlust schon gefährdeten Patienten deutlich weniger  als eine traditionelle Operation.

Bei Patienten mit Erweiterungen der Bauchschlagader wird das Verfahren bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt, mittlerweile wird der Großteil der Eingriffe am UKL mit Hilfe der minimalinvasiven Therapien durchgeführt. Die Technik auch in einer Notfallsituation anzuwenden, erfordert viel Erfahrung und ein sehr gut trainiertes Team aus Ärzten und Schwestern, wie die Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Leipzig es nach über 100 geplanten derartigen Eingriffen  vorhält.

Wenn dieser Notfall eintritt, zählen Minuten, muss das Zusammenspiel der Ärzte nahtlos funktionieren. So war es auch bei Prof. Roland Opitz: Am späten Nachmittag verspürte der bekannte Literaturwissenschaftler und ehemaliger Leiter des Reclam-Verlages in Leipzig, stärkste Schmerzen im Bauch. Der Notarzt erkannte die Gefahr und wies den lebensbedrohlich erkrankten Patienten unverzüglich in das Universitätsklinikum Leipzig ein. Hier konnte sofort die gefährliche Diagnose „geplatzte Bauchschlagader“ gestellt werden.

Von nun an verblieb nur wenig Zeit. Der Zustand des durch den hohen Blutverlust geschwächten Patienten verschlechterte sich zunehmend.  An seinem Bett arbeitete unter Hochdruck  ein Uniklinik-Team aus  Spezialisten aus der Notaufnahme mit Radiologen, Narkoseärzten und Intensivmedizinern  zusammen, bis die Gefäßchirurgen übernahmen. 

Trotz der Notlage wählte Dr. Peter Fellmer, der Leiter der Gefäßchirurgie,  das modernste Therapieverfahren. Erstmals setzte er dabei das Verfahren so ein, dass der Eingriff ganz ohne Hautschnitte, nur durch eine Punktion, durchgeführt werden konnte.

Erfolgreich, denn weniger als vier Stunden nach dem Notruf verlässt der Patient stabilisiert den Operationssaal. Bereits am Tag nach dem Eingriff unterhält er sich im Sessel sitzend mit seinem Operateur. Von einer  Buchvorstellung vier Tage nach der schweren Erkrankung muss dieser ihm allerdings abraten. „Erfolge dürfen nicht übermutig machen“, so der Chirurg Fellmer, „weder den Patienten noch den Arzt.“

 

 

 

 

 

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.