Für den IT-Katastrophenfall gerüstet - Uniklinikum Leipzig probt Ausfall der Rechentechnik

Pressemitteilung vom 02.04.2013
Leipzig. Das Rechenzentrum des Uniklinikums Leipzig hat in einer zweitägigen Übung den IT-Katastrophenfall geprobt. Dabei wurden alle umfangreichen IT-Prozesse der Unimedizin in einer Art Evakuierung von einem der zwei Rechenzentren auf das andere umgeschaltet. Der aufwändige Testlauf verlief reibungslos: Die Arbeit in den Kliniken und Laboren ging mit wenigen Einschränkungen weiter.

Mit der Übung wurde der mögliche IT-Katastrophenfall, der Ausfall eines Rechenzentrums, geprobt. Das kann beispielsweise durch einen Brand oder ein Versagen der für Rechentechnik wichtigen Klimasysteme passieren.

„Um die Sicherheit der für das Klinikum extrem wichtigen Daten und Softwareanwendungen für die Patientenversorgung, die Forschung und die Lehre zu gewährleisten, haben wir seit Jahren eine doppelte Struktur im IT-Bereich durch ein zweites, redundantes Rechenzentrum aufgebaut“, erklärt Stefan Smers, Leiter des IT-Bereichs am UKL. In den räumlich getrennten, so genannten Primären und Sekundären Rechenzentren werden die wichtigsten der rund 600 Serversysteme des UKL vorgehalten. „Dadurch sichern wir ab, dass die kritischen Systeme, die unbedingt funktionieren müssen, damit wir die Versorgung aufrechterhalten können, im Ernstfall schnellst möglich wieder verfügbar sind“, so Smers.

Dieser „Umzug“ auf das Ersatz-Rechenzentrum wurde jetzt in einer zweitägigen automatischen Umschaltung geübt. Binnen weniger Stunden wurde in einem Stufenverfahren das eine Rechenzentrum live ab- und das andere angeschaltet. „Ohne die bei uns eingesetzten Automatismen würde eine solche Umschaltung Tage in Anspruch nehmen, in denen das Klinikum weitgehend auf IT verzichten müsste“, so Daniel Pfuhl, verantwortlicher Projektleiter für die Standortumschaltung.

Obwohl faktisch alle Arbeitsprozesse am Klinikum durch IT unterstützt werden, verlief die Umschaltung für die Mitarbeiter auf dem Medizincampus weitgehend reibungslos. „Das ist das beste Ergebnis, dass wir uns wünschen konnten“, freut sich entsprechend Stefan Smers. Während auf den Stationen und in den Laboren kurzzeitig mit Ausfallsystemen weitergearbeitet wurde, wurden im Hintergrund unter zeitlichem Hochdruck die nach Wichtigkeit gestaffelten Systeme wieder zum Laufen gebracht. Weniger kritische Systeme wurden in dieser Zeit heruntergefahren.

Insgesamt sind am Klinikum auf über 600 virtuellen Servern über 150 verschiedene Softwareprogramme im Einsatz. Dazu gehören die Bereitstellung und Verwaltung wichtiger Patientendaten und Unterlagen und die Steuerung der Medizintechnik ebenso wie die Verwaltungsdaten von Universitätsklinikum und Medizinischer Fakultät. „Wir wissen, dass eine 100-prozentige Sicherheit nie gegeben ist“, so der IT-Experte weiter. „Deshalb bereiten wir uns regelmäßig darauf vor, im Ernstfall einen 'Plan B' zu haben."

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.