Hör-Erlebnis Kirche

Aktionstag des Cochlea-Implantat-Zentrums am UKL lädt zu Workshops und einer Führung ein

Pressemitteilung vom 28.03.2013

Zu einem Aktionstag laden die HNO-Klinik und das Cochlea-Implantat-Zentrum des Universitätsklinikums Leipzig am 5. April ein. Für Patienten und ihre Angehörigen, aber auch alle anderen Interessierten finden Workshops statt, außerdem ist eine spezielle Führung in der Leipziger Thomaskirche geplant. Der Aktionstag steht unter dem Motto „Anschauen, Anfassen, Ausprobieren“.

Im Cochlea-Implantat-Zentrum Leipzig (CIZL) werden Patienten behandelt, die einen derart starken Hörverlust haben, dass selbst leistungsstarke Hörgeräte nicht mehr ausreichen, um Sprache gut verstehen zu können. Ein Cochlea-Implantat (CI) ist dann eine hilfreiche Alternative. Es überträgt die Schallsignale direkt auf den Hörnerv.

Das Leipziger Zentrum wurde durch Prof. Andreas Dietz, den Direktor der HNO-Klinik und Prof. Michael Fuchs, den Leiter des CI-Zentrums, ins Leben gerufen. Beide stehen den Besuchern am 5. April auch persönlich als Ansprechpartner zur Verfügung. Weitere Programmpunkte sind zwei Workshops, die sich mit neuen Entwicklungen beim Cochlea-Implantat sowie der Technik und dem Zubehör auseinandersetzen. „Die Teilnehmer erfahren beispielsweise, wie ihnen externe Hilfsmittel das Hören beim Fernsehen erleichtern können“, sagt Birke Peter, Klinische Sprechwissenschaftlerin und Therapeutische Leiterin des CIZL. Nach einem gemeinsamen Mittagessen folgt eine Führung in der Thomaskirche, die für die Träger eines CI-Implantates eine besondere Herausforderung darstellt.

„In großen Räumen, in denen es stark hallt, verliert sich die gesprochene Sprache. Wir Therapeuten wollen die Patienten in dieser Situation unterstützen, indem wir ihnen bei der Auswahl der richtigen Programme oder externen Hilfsmittel für ihr CI helfen“, erklärt die Therapeutische Leiterin. Neben den Informationen und Eindrücken aus der Wirkungsstätte des weltberühmten Thomanerchores nehmen die Betroffenen so auch Praktisches für ihren Alltag mit.

Als Übungen sind ähnliche kleine Ausflüge, beispielsweise zum Bäcker oder eine Fahrt mit der Straßenbahn, auch Bestandteil der zwei- bis dreijährigen Reha-Phase nach dem Einsetzen des Cochlea-Implantates durch eine Operation. In dieser Zeit müssen die Patienten das Hören völlig neu lernen und werden so für ihren Alltag stark gemacht.

Der Aktionstag des Cochlea-Implantat-Zentrums Leipzig findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. „Wir wollen den CI-Trägern damit die Möglichkeit geben, miteinander ins Gespräch zu kommen und gleichzeitig das Hören in verschiedenen Situationen zu trainieren“, sagt Birke Peter.

In diesem Jahr sind rund 30 CI-Operationen am UKL geplant. Die jüngsten Patienten sind ein Jahr alt, die älteste Trägerin eines Cochlea-Implantates, die am UKL betreut wird, wird in diesem Jahr 87.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Ines Christ.