Minielektroden im Gehirn gegen Sucht und Depressionen

UKL-Neurochirurgen informieren auf Expertentreffen über Behandlung psychischer Erkrankungen durch tiefe Hirnstimulation

Pressemitteilung vom 07.03.2013
Leipzig. Suchterkrankungen, Zwangsstörungen und schwere Depressionen sind teilweise schwer behandelbare psychische Erkrankungen. Neue Hoffnung für Betroffene verspricht das Verfahren der tiefen Hirnstimulation. Implantierte Minielektroden stimulieren hierbei bestimmte, nur wenige Millimeter messende Hirnareale und sollen durch die gezielte Nervenstimulation eine Linderung der Symptome, im Langzeitverlauf möglichweise auch eine Heilung der Erkrankung, bewirken. Diese neuen Einsatzmöglichkeiten des Verfahrens diskutieren namenhafte Spezialisten unter Leitung von Prof. Meixensberger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums, am 11. März im Rahmen einer Informationsveranstaltung.
Zeit 11. März 2013, 17:00 Uhr
Ort Mercure Hotel Leipzig, Stephanstraße 6

„Psychische Erkrankungen chirurgisch zu behandeln, ist vor allem dann eine Option, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind“, erklärt Oberarzt PD Dr. Dirk Winkler, Neurochirurg am Universitätsklinikum Leipzig. Das betrifft vor allem sehr schwere Fälle von Zwangsstörungen, Depression oder Suchterkrankungen, unter denen die Betroffenen oft seit Jahren leiden.

Mit der tiefen Hirnstimulation könnten die Neurochirurgen, so die Ergebnisse erster erfolgversprechender Fallbeobachtungen und Studien, hier wirksam helfen. Bei diesem Verfahren werden zwei Elektroden in die Tiefe des Gehirns eingesetzt, über die ein Neurostimulator ständig hochfrequente, vom Patienten nicht fühlbare Stromimpulse abgibt. Diese stimulieren spezielle Areale, um so die Symptome der Erkrankungen zu lindern.

Die Therapie ist für den Patienten schmerzfrei und misst sich am Rückgang der Symptome. Für die Zehntelmillimeter genaue Platzierung der Elektroden im Gehirn setzen die Neurochirurgen das besondere Operationsverfahren der Stereotaxie ein, das in Leipzig eine lange Tradition hat.

„Damit können wir im Gehirn mit maximaler Präzision arbeiten und das Zielgebiet exakt treffen“, erläutert Dr. Winkler. Unerwünschte Nebeneffekte können durch erste Tests während der OP sicher ausgeschlossen werden.   „Unser Anliegen ist zu zeigen, dass es neben Medikamenten und Elektroschocktherapien für Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen dank der heute verfügbaren Technik auch andere Optionen der Behandlung gibt“, beschreibt der Neurochirurg, und verweist auf die exzellente Zusammenarbeit mit den psychiatrischen Kolleginnen und Kollegen am Universitätsklinikum. Am 11. März laden die Experten des Universitätsklinikums Leipzig daher interessierte Fachleute und Betroffene zu einer Informationsveranstaltung zu den Möglichkeiten der tiefen Hirnstimulation ein. 

 

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.