Neu am UKL: Neuropathologe Prof. Wolf Müller

Neuer Leiter der UKL- Abteilung für Neuropathologie erforscht Mechanismen der Tumorentstehung

Pressemitteilung vom 01.03.2013
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Foto: Stefan Straube / UKL
 

Leipzig. Der Neuropathologe Prof. Dr. Wolf Müller leitet seit einigen Wochen die Abteilung für Neuropathologie am Universitätsklinikum Leipzig.  Der 44-Jährige wechselt aus Heidelberg an die Pleiße, wo er Ende des Jahres auf die Professur für Neuropathologie berufen wurde.       

Mit seiner klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunktsetzung in der onkologischen Neuropathologie verstärkt Prof. Wolf Müller den Krebsmedizinischen Schwerpunkt der Universitätsmedizin Leipzig. Sein Hautaugenmerk gilt dabei der Erforschung der Mechanismen der Tumorentstehung.

Der auf das zentrale Nervensystem spezialisierte Pathologe untersucht Gewebeproben aus Hirn, peripheren Nerven und Muskeln auf krankhafte Veränderungen. Teilweise werden die Informationen dazu  noch während einer Operation benötigt, damit die Neurochirurgen über das weitere Vorgehen entscheiden können. „Die Neuropathologie ist dabei die Schnittstelle zwischen den Chirurgen, den Neurologen und den Neuro- onkologen und unterstützt die Kollegen als klinikinterner Dienstleister“, beschreibt Prof. Wolf Müller.   

Der gebürtige Berliner studierte in Hamburg und war nach Stationen an der Charité seit 2006 am Universitätsklinikum Heidelberg in leitender Funktion in der Neuropathologie tätig. Seine wissenschaftliche Arbeit vertiefte er von 2003 bis 2005 als DFG-Stipendiat am Massachusetts General Hospital (MGH) der Harvard Medical School in Boston, USA. Sein Hauptinteresse gilt der Erforschung genetischer und epigenetischer Veränderungen auf Zellebene in der Tumorentstehung. Das Wissen um charakteristische zelluläre und molekulare Veränderungen und deren Auslöser sei u. a. wesentlich für die Entwicklung neuer Therapieansätze. „Wir können auf der Grundlage unserer molekularen Untersuchungen Aussagen über die Tumorbeschaffenheit liefern, die entscheidend für die Prognose und mitunter auch für die Wahl der Therapie sind“, erklärt Prof. Müller. Ein weiterer Focus seiner wissenschaftlichen Studien zur Tumorentstehung liegt darüber hinaus auf der Untersuchung epigenetischer Veränderungen der Erbsubstanz in den Tumorzellen. Anders als Mutationen können diese Veränderungen auf DNA- Ebene beeinflusst werden. „Es gibt inzwischen Forschungsansätze, eine solche epigenetische, also nicht strukturelle Veränderung in einer Zelle gezielt wieder rückgängig zu machen“, beschreibt Prof. Müller die Reichweite dieser Forschungen. „Auf diesem Gebiet ist derzeit sehr viel im Fluss“, so Prof. Müller, der sich sehr freut, jetzt an einem forschungsstarken Standort wie Leipzig arbeiten zu können.

Nach mehreren Wochen ist Prof. Wolf Müller bereits gut in seinem neuen Leipziger Umfeld angekommen, dass er als „sehr offen und angenehm“  erlebt. Als passionierter Segler freut er sich zudem auf den Sommer, „dann werde ich hoffentlich die Seenlandschaft im Umland ausgiebig erkunden können.“

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Reinhardt, Helena.