Krebsberatungsstellen: Unterstützung finden und Antworten bekommen

Kostenlose Angebote für Betroffene und Angehörige in Leipzig

Pressemitteilung vom 01.02.2013
Leipzig. — Krebs ist eine Diagnose, die Betroffene und ihre Angehörigen oft völlig unerwartet trifft. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus fühlen sich viele Menschen allein mit ihren Fragen, seelisch belastet und manchmal überfordert. Häufig wissen sie nicht, an wen sie sich wenden können. Psychosoziale Krebsberatungsstellen, wie die Psychosoziale Beratungsstelle für Tumorpatienten und Angehörige am Universitätsklinikum in Leipzig bieten kompetente Hilfe bei seelischen Krisen und sozialrechtlichen Fragen. Hier erhalten Krebs-Betroffene und Angehörige Hilfestellung, um die eigene Krankheit zu bewältigen oder mit der Erkrankung von nahestehenden Menschen angemessen um-zugehen.

Wohl fühlen sollen sich Krebs-Betroffene, wenn sie die Räume der Krebsberatungsstelle in Leipzig betreten. Die Mitarbeiterinnen um Anja Mehnert, Professorin für Psychosoziale Onkologie und Antje Lehmann-Laue, Leiterin der Beratungsstelle, haben die Beratungszimmer hell und freundlich gehalten. Im Flur und im Wartebereich befindet sich eine Ausstellung mit Landschaftsmalereien und Stillleben von Lydija Wegerdt, die eine Krebserkrankung überwunden hat. An der Anmeldung werden die Ratsuchenden freundlich in Empfang genommen. Es geht darum, Vertrauen aufzubauen, für die richtige Atmosphäre zu sorgen, um über alle Sorgen sprechen zu können. „Viele Menschen, die sich an uns wenden, haben starke Ängste vor einer Wiedererkrankung, fragen sich, ob sie ihre Arbeitsstelle verlieren, wenn sie länger krank sind und wissen nicht, auf welche Sozialleistungen sie Anspruch haben“, sagt Antje Lehmann-Laue. Zusammen mit ihrem Team, dass aus Psychologen und Sozialarbeitern besteht, berät und begleitet sie bei psychischen und sozialen Belastungen, hilft beim Beantragen von Rehabilitationsmaßnahmen und vermittelt bei Bedarf weiter an andere hilfreiche Einrichtungen, Selbsthilfegruppen oder niedergelassene Psychotherapeuten. „Unser wichtigstes Ziel ist es, dazu beizutragen, die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen zu verbessern“, sagt Anja Mehnert, die Leiterin der neu etablierten Sektion Psychosoziale Onkologie in der Abteilung für Medizinische Psychologie, an der die Krebsberatungsstelle angesiedelt ist.

Individuelle psychologische und sozialrechtliche Beratungen sind dabei nur ein Aspekt, den Krebs-Betroffene in der Beratungsstelle am Universitätsklinikum in Leipzig wahrnehmen können: Es werden auch Gruppenangebote wie zum Beispiel ein künstlerischer Gestaltungskurs oder eine Gesprächsgruppe ausgerichtet und zu Sportgruppen für Krebs-Betroffene vermittelt. Auch Informationsveranstaltungen werden organisiert, so z. B. im Darmkrebsmonat März. Dann lädt die Beratungsstelle gemeinsam mit dem Universitären Krebszentrum Leipzig Krebs-Betroffene und auch ihre Angehörigen am 21.03.2013 zu einer Veranstaltung rund um das Thema „Ernährung bei Krebs“ ein.

Die Krebsberatungsstelle in Leipzig wurde vor 14 Jahren von Professor Reinhold Schwarz gegründet. Träger sind die Medizinische Fakultät und das Universitätsklinikum. Obwohl die Finanzierung dieses Projekts anfangs auf unsicheren Füßen stand, wollte man alles tun, um Krebs-Betroffenen in sozialen und psychischen Notlagen mit Information und Beratung beizustehen. Denn der Bedarf nach Beratung und Unterstützung ist groß.

Zurzeit wird die Krebsberatungsstelle in Leipzig von der Deutschen Krebshilfe e. V. im Rahmen eines Förderschwerpunktprogramms zusammen mit 25 weiteren Beratungsstellen finanziell unterstützt. Mit diesem Programm soll der Unterversorgung in vielen Regionen Deutschlands entgegen gewirkt werden. Wenn für die Krebsberatungsstelle in Leipzig diese Förderung 2014 zu Ende geht, ist ihre weitere Zukunft unsicher. Denn zurzeit fehlt in Deutschland eine Finanzierungsregelung für derartige Beratungsleistungen. Hier ist die Politik gefordert: Sie muss die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen, damit zum Beispiel die Krankenkassen in Zukunft ihren Beitrag für den Fortbestand von Krebsberatungsstellen leisten.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.