Operation mit DaVinci-Roboter rettet Nieren trotz Krebs

Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie am Universitätsklinikum Leipzig: Instrumente des Roboters beweglicher als die menschliche Hand

Pressemitteilung vom 29.01.2013
Leipzig. Urologen am Uniklinikum Leipzig können auch schwierigste Nieren-Tumore entfernen, ohne die Organe zu gefährden. Möglich wird dies durch den Einsatz des DaVinci-Operationsroboters. Dessen vom Operateur gesteuerte Greifarme sind beweglicher als die menschliche Hand, und können so feinste Schnitte setzen und auch diffizile Strukturen erhalten.
Bild vergrößern Prof. Jens-Uwe Stolzenburg an der Steuerkonsole des DaVinci-Operationsroboters.
Foto: Stefan Straube/ UKL
 
Bild vergrößern Frank Vetterlein nach seiner Nieren-Operation am Uniklinikum Leipzig.
Foto: Uwe Niemann/UKL
 

Auf dem iPad wird heftig getippt, daneben liegt ein Telefon auf dem Tisch – nur die Stützstrümpfe zeigen, dass der Mann durchaus ein Patient ist. Frank Vetterlein sieht vier Tage nach seiner Nieren-OP gut aus und er fühlt sich auch gut. „Ich bin fit wie ein Turnschuh“, sagt der 47-jährige Geschäftsführer einer Geraer Firma. „Das hätte ich vorher nicht gedacht. Denn immerhin stand ich kurz davor, eine Niere zu verlieren.“

Bei ihm war ein Tumor in der rechten Niere entdeckt worden, der innerhalb kurzer Zeit einen Durchmesser von drei Zentimetern erreichte. „Das größte Problem war aber wahrscheinlich die Lage des Tumors“, erzählt der Geraer. „Er war mittig in der Niere, so dass eine organerhaltende Entfernung als äußerst schwierig betrachtet wurde.“ Kliniken, die er bisher kontaktierte, hätten ihm durchaus helfen können, aber dabei hätte er die Niere verloren. „Ich hatte viel Glück. Denn meine Urologin stellte den Kontakt nach Leipzig her, und Professor Stolzenburg beherrscht mit dem DaVinci-Roboter ein hochmodernes Werkzeug“, so Frank Vetterlein.

Prof. Dr. Jens-Uwe Stolzenburg, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie am Universitätsklinikum Leipzig, bestätigt, dass es für ihn nur per DaVinci möglich war, den Tumor organerhaltend zu entfernen: „Die Instrumente des DaVinci-Roboters verfügen über eine Beweglichkeit von 360 Grad und sind zudem mit Gelenken ausgerüstet, die mit ihren sieben Freiheitsgraden der menschlichen Hand überlegen sind. Nur so konnte diese komplizierte laparoskopische Operation von mir ausgeführt werden.“

Seit letztem Jahr kommt bei etwa 60 Prozent der Nierentumoroperationen in der Leipziger Uniklinik das Robotersystem zum Einsatz, neben den zahlreichen auf diese Weise durchgeführten Operationen bei Prostatakrebs. Der DaVinci-Roboter gilt als die modernste Entwicklung auf dem Gebiet der minimal-invasiven Operationen. Der Chirurg sieht über eine Kamera das Innere des Patienten 10fach vergrößert. Über spezielle an der Hand des Operateurs befestigte Griffe werden seine Handbewegungen über eine wählbare Skalierung zitterfrei auf die Instrumente, die die Roboterarme führen, übertragen. In der Praxis heißt das beispielsweise, dass eine Handbewegung von zwei Zentimetern vom Roboter mit einer Bewegung von vier Millimetern umgesetzt wird. So ermöglicht es diese Technik, laparoskopische Eingriffe mit maximaler Präzision vorzunehmen. Besonders bei organerhaltenden Operationen mit Rekonstruktion bietet das DaVinci-System erhebliche Vorteile gegenüber der konventionellen Schlüssellochoperation.

Zu diesen Vorteilen des Systems gegenüber einer offenen Schnittoperation zählen, dass die Patienten weniger Schmerzen und weniger Narben haben. Zudem sind eine schnellere Erholung nach dem Eingriff und eine raschere Rückkehr zum normalen Leben nachweisbar. Für die Klinik bedeutet der DaVinci, dass häufig auch bei größeren Tumoren die Niere erhalten werden kann und die Patienten schneller das Krankenhaus verlassen können.

Auch Frank Vetterlein konnte wenige Tage nach dem Eingriff entlassen werden. „Nicht nur das Ärzteteam um Professor Stolzenburg war erstklassig, auch mit dem Pflegeteam war ich überaus zufrieden“, lobte der Geraer. „Ich bereue es nicht, nach Leipzig gefahren zu sein. Auch meine Familie, die mich natürlich lieber in einem Krankenhaus am Heimatort besucht hätte, steht letztlich voll hinter meiner der Entscheidung. Denn Gesundheit und körperliche Unversehrtheit sind das Wichtigste im Leben.“

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Helena Reinhardt.