Uniklinikum kann als erste Leipziger Einrichtung Langzeit-Blutzuckermessungen durchführen

Pressemitteilung vom 29.01.2003
Glukosesensor erleichtert Beobachtung des Blutzuckerspiegels bei Diabetes-Patienten erheblich und ist Basis für verbesserte Therapiemöglichkeiten

Leipzig - Als erste Leipziger Klinik verfügt die Medizinische Klinik III des Universitätsklinikums über einen Glukosesensor zum Einsatz im medizinischen Alltag. Das System ist erst seit einigen Monaten auf dem deutschen Markt erhältlich. Es ermöglicht den Ärzten zum ersten Mal, kontinuierlich den Blutzucker bei Patienten mit der Diagnose Diabetes mellitus über den Zeitraum von mindestens 36 Stunden zu messen.


Wie Prof. Dr. Ralf Paschke, kommissarischer Direktor der Klinik, erläutert, wird der elektroenzymatische Glukosesensor in einer Kunststoffkanüle in das Unterhautfettgewebe gelegt und übermittelt dann im Fünf-Minuten-Takt über drei bis fünf Tage die gemessenen Werte an einen mobiltelefongroßen Sensor. Zum Vergleich werden zusätzlich vier herkömmlich ermittelte Blutzuckerwerte eingegeben, um den Sensor zu kalibrieren. Außerdem können bestimmte Ereignisse wie Mahlzeiten, Sport oder Insulingaben eingespeichert werden. Die Daten werden automatisch grafisch dargestellt und erlauben dann die Analyse der Blutzuckerverläufe über die Messzeit.


''Der Glukosesensor ist ein bedeutender Fortschritt'', erklärt Prof. Paschke, ''da mit seiner Hilfe unklare Blutzuckerverläufe und problematische Insulineinstellungen deutlich einfacher unter alltäglichen Bedingungen zu kontrollieren sind. Bei Diabetes mellitus war es bis vor kurzem noch nicht möglich, über mehrere Tage hinweg kontinuierlich Daten zu erheben. Dies hat sich durch die neue Messmethode nun geändert.'' Die erhobenen Daten würden mit den aufgenommenen Kohlenhydraten, Bewegung und anderen beeinflussenden Faktoren ins Verhältnis gesetzt. Daraus, so Paschke, lässt sich ableiten, wie die Insulingaben zu dosieren sind und wann sie erfolgen sollen. Dadurch würden sich die Therapiemöglichkeiten für den Patienten deutlich verbessern.

Diese Pressemitteilung wurde erstellt von Heiko Leske.