Neue Studienordnung für Humanmediziner

Pressemitteilung vom 07.10.2003
Medizinstudenten des 1. und 5. Semesters werden an der Universität Leipzig in diesem Jahr erstmals nach einer neuen Studienordnung ausgebildet, die den Intentionen der neuen Approbationsordnung entspricht und von der Medizinischen Fakultät unter Mitwirkung der Studenten erarbeitet wurde. Kernpunkte der neuen Studienordnung sind das problemorientierte Lernen nach den Konzepten eines integrativen Blockstudiums und der Kleingruppenunterricht am Krankenbett.

Die neue Approbationsordnung für Ärzte vom 3. Juli 2002 fordert eine Ausbildung unserer zukünftigen Mediziner, die fächerübergreifendes Denken fördert und problemorientiert am Lehrgegenstand ausgerichtet sein soll. Außerdem wird auf Unterricht in kleinen Gruppen orientiert, insbesondere die Ausbildung am Krankenbett. Prof. Dr. Wieland Kiess, Dekan Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, betont besonders die konstruktive Zusammenarbeit bei der Erarbeitung der Studienordnung zwischen Studierenden und Mitgliedern des Dekanatskollegiums.

Ausgehend von einem konkreten Fall erarbeiten sich die Studierenden im Gruppenunterricht das für die Lösung des Falles notwendige Wissen. Ein Beispiel soll das verdeutlichen: Ein Patient kommt mit Husten und Fieber in die Praxis. Anhand der Symptome werden die anatomischen und physiologischen Grundlagen geklärt, also: Welche Organe sind betroffen? Wo befinden sie sich im Körper? Wie sind die Organe aufgebaut, aus welchen Strukturen bestehen sie? Welche Funktion hat das Organ? Wie arbeiten sie? Wodurch kann der Husten ausgelöst werden? Welche Krankheit kann dahinter stecken? Wie kann ich die richtige Diagnose stellen? Welche Therapie ist zu empfehlen? Die Gruppe, die aus acht Studierenden besteht, wird die Vorschläge erarbeiten und mit einem Tutor diskutieren. Für die Angehörigen der Medizinischen Fakultät bedeutet das natürlich eine erhebliche Mehrbelastung.

Auch am Krankenbett ist die Anzahl der Studenten eingeschränkt. Maximal vier zukünftige Ärzte werden die Hochschullehrer zum Patienten begleiten. Die Wissensvermittlung wird dadurch intensiviert und die Visite ist für den Patienten weniger belastend.

"Wir sind uns sicher, dass wir mit unserem Angebot die Attraktivität des Medizinstudiums in Leipzig weiter verbessern können", kommentiert der Studiendekan Humanmedizin der Leipziger Medizinischen Fakultät, Prof. Jan F. Gummert. "Aber vor allem können wir mit der Gewissheit an die weitere Arbeit gehen, dass die von uns ausgebildeten zukünftigen Ärzte, für ihre verantwortungsvolle Arbeit bestens gewappnet sind."