Der Name der Zukunft: digitale Bildmanagementsysteme

Pressemitteilung vom 11.09.2003
In Medizin, Forschung und Lehre, dienen Bilder und die dazugehörigen Informationen als Medium für Dokumentation, Präsentation und Kommunikation. Doch den stetig ansteigenden Bildmengen werden konventionelle Bildarchive und Ablagesysteme nicht mehr gerecht. Hier können digitale Bildmanagementsysteme Abhilfe leisten. Welche Lösungsmöglichkeiten solche Systeme für die biomedizinischen Forschung bieten, ist jetzt Thema einer vom Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung Leipzig (IZKF) organisierten Veranstaltung mit dem Titel "Bild- und Dokumentenmanagement für die biomedizinische Forschung".
Zeit 18. September 2003, 13:00 Uhr
Ort Max-Bürger-Forschungszentrum
Konferenzraum 1
Johannisallee 30

Dr. Ulrich Sack beschäftigt sich schon seit längerem mit digitalen Bildmanagementsystemen und ihren Anwendungsmöglichkeiten. Der Leiter des Bereiches für Immundiagnostik am Institut für Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin des Universitätsklinikums Leipzig überprüft derzeit mögliches Interesse, Anforderungen und Praxiseinsatz eines solchen Systems. Professionelle Unterstützung erfährt er dabei von der Schweizer Imagic AG, die für digitale Bildmanagementsysteme ein komplettes Programmpaket entwickelt hat. Dr. Sack sieht in einer guten Programmlösung und dem damit verbundenen automatisierten Verfahren eine große Chance für verbesserte Forschungs- und Arbeitsmöglichkeiten.

Mittels digitaler Bildsysteme können notwendige Bilddaten sofort zuverlässig bearbeitet, systematisch abgespeichert wie auch abgerufen werden. Das spart viel Zeit. Darüber hinaus stehen sie jederzeit für Reproduktion, Recherche, Präsentation und Kommunikation zur Verfügung. Einsatz und Funktionalität der Systeme lassen sich nach den unterschiedlichsten Anforderungen abstimmen. In der Industrie werden digitale Bildmanagementsysteme schon seit längerem genutzt, zum Beispiel in der Werkstoffprüfung.

Für die durch ein solches System ermöglichte optimale Bilderfassung und -bearbeitung gibt es in den Bereichen Klinik, Forschung und Lehre Unmengen von Einsatzmöglichkeiten. In der biomedizinischen Forschung können beispielsweise bestimmte Vorgänge und Krankheitsmechanismen im Gewebe eindrucksvoll visualisiert werden. Wird etwa ein neues Medikament getestet, kann man die daraus resultierenden Veränderungen in der Zelle traditionell mikroskopisch aufnehmen und beobachten. Gleichzeitig werden die Bilder jedoch mittels einer speziellen Kameratechnik aufgenommen, welche mit dem Mikroskop verbunden ist und es ermöglicht, den gesamten Veränderungsprozess in der Zelle darzustellen. Ein anderes Beispiel ist die 3D-Visualisierung, mittels derer und einer speziellen Röntgentechnik man vor einem operativen Eingriff am Gehirn genau sehen kann, wie die Gefäße verlaufen.

Für Dr. Sack steht fest: Kliniken, Forschung und Lehre brauchen ein digitales Bildmanagementsystem. Durch räumliche Nähe und personelle Zusammenarbeit wäre eine gute Kooperation zwischen den jeweiligen Bereichen gewährleistet. Daten könnten gemeinsam genutzt werden, jeweils gezielt unter dem Forschungsaspekt oder für die Betreuung von Patienten.

Natürlich bedeutet die Einführung eines solchen Systems vorübergehend zusätzliche Kosten, doch auf lange Sicht verspricht es eine hohe Wirtschaftlichkeit sowie Aktualität, Verfügbarkeit, Schnelligkeit, Qualität oder Kontrolle. Das sagte man sich auch im Klinikum St. Georg in Leipzig und die Klinik Bergmannstrost in Halle, wo ebenfalls digitale Managementsysteme eingeführt wurden beziehungsweise erfolgreich verwendet werden.

Die Zeichen stehen also auf Wandel. Das Institut für Radiologie des Universitätsklinikums Leipzig, der Bereich mit dem größten Datenaufkommen, ist mit dieser Technik schon sehr weit fortgeschritten, und auch am Institut für Pathologie hat man bereits angefangen, mit einem digitalen Bildmanagementsystem zu arbeiten. Andere Bereiche sollen bald folgen.

Ein gemeinsames Dokumentenmanagementsystem für das Universitätsklinikum und die medizinische Fakultät der Universität Leipzig. Momentan noch eine Vision - bald Realität?

Kathrin Winkler