Vorankündigung: Erster Weltkongress für Regenerative Medizin in Leipzig

Pressemitteilung vom 05.08.2003
Gewebe - Regeneration versus künstliche Implantate - eine Revolution? Im Oktober treffen sich Wissenschaftler aus 20 Ländern zum ersten Weltkongress für Regenerative Medizin. Renommierte Spezialisten auf diesem Gebiet, wie Prof. Dr. Dr. hc (mult.) Horst Klinkmann, werden als Dozenten das Programm der dreitägigen Tagung bestimmen. Eingeladen hat dazu Augustinus Bader, Professor am kürzlich errichteten Lehrstuhl für Zelltechniken und angewandte Stammzelltechnologie an der Universität Leipzig. Zu den Themen gehören neben der Geweberegeneration auch die Stammzellenforschung und Therapieprinzipien.
Zeit 22. Oktober 2003 bis 24. Oktober 2003
Ort Congress Center Leipzig

Die Regenerative Medizin ist das sich am schnellsten entwickelnde Gebiet der biomedizinischen Forschung. Da es erst im vergangenen Jahrzehnt an Bedeutung gewonnen hat, befindet es sich noch in der Entwicklungsphase. Besonders im Hinblick auf den internationalen Wettbewerb müssen daher die entstandenen und die entstehenden wissenschaftlichen Erkenntnisse in globale Zusammenhänge gebracht werden. Problem hierbei: Das für die weitere Entwicklung der Regenerativen Medizin notwendige Fachwissen existiert nur lückenhaft.
An diesem Punkt setzt der Leipziger Kongress an. Unser Ziel ist es, das vorhandene Wissen aus der menschlichen Genom-, Proteom- und Toponomforschung zu sammeln und zu interpretieren. Von den so gewonnenen Erkenntnissen profitieren Fachgebiete wie Bio-Engineering, Nanotechnologie, Immunologie und Stammzellenforschung sowie Zellbiologie, Tissue-Engineering, Pharmazie und Systembiologie. Aufgebaut wird dabei auf den bereits errungenen klinischen Erfolgen der Regenerativen Medizin.

Diese werden ebenso wie die direkte Zusammenarbeit während des Kongresses helfen, die methodische Kompetenz innerhalb der Regenerativen Medizin zu stärken. Der größtenteils empirische Ansatz des Gebiets wandelt sich so in eine systematische Wissenschaft. Auf die Praxis bezogen ermöglicht das Verständnis der In-vitro- und In-vivo-Zellregeneration die Entwicklung verbesserter medizinischer Technologien. Anwendungsstrategien beginnen mit der industriellen Medizintechnik und -technologie (z. B. Bioimplantate, extrakorporale Systeme, Gewebeaufbau). Ziel der Entwicklung sind Arzneimittel zur Geweberegeneration. Sie gelten als vollendete Form der individualisierten autologischen, also adäquate Patiententherapie. Dies steht ganz im Gegensatz zur herkömmlichen Allgemein - Therapie (z. B. Medikament für Patienten mit der selben Krankheit, aber unterschiedlichen Nebenwirkungen und Heilungserfolgen).

Der erste Weltkongress wird sich auf die Verwendung autologischer Systeme und Gewebetoleranztechnologien konzentrieren. Damit ebnet die Regenerative Medizin den Weg für einen großen konzeptionellen Schritt in Medizin und Biotechnologie. Dieser erfordert das Zusammenspiel von Medizintechnik, Zellbiologie und Pharmazie sowie das Verstehen der Mechanismen der Geweberegeneration am lebenden Objekt (in vivo). Das Ziel des Kongresses -das Nutzen dieses Wissens zur Entwicklung neuer therapeutischer Technologien - bringt daher Vertreter der Technik, des Biotechnologie-Sektors und der pharmazeutischen Industrie zusammen.