Auf der Suche nach einem Impfstoff gegen AIDS

Pressemitteilung vom 11.07.2003
Der neu an die Universität Leipzig berufene Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Prof. Dr. Christian Jassoy, arbeitet auf dem Gebiet des Virus, das als Auslöser von AIDS wohl einer der gefürchtetsten Krankheitserreger ist: Das Human Immunodeficiency Virus, kurz HIV genannt, birgt noch viele Geheimnisse, von denen Prof. Jassoy einige lüften will. U. a. ist er auf der Suche nach einem Impfstoff auf der Basis eines neuen Konzeptes und kann auf erste Teilerfolge in Tierversuchen verweisen. Die Motivation für seine Arbeit zieht er u. a. aus dem Elend in vielen afrikanischen Ländern, wo z. B. in Botswana mehr als 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung mit HIV infiziert sind.

Aktuell sucht er auch nach diagnostischen Testsystemen für das SARS-Virus, das bis vor kurzen die Welt in Atem hielt.
Der in Heidelberg geborene Virologe war zuletzt an der Universität Würzburg tätig, davor forschte er zwei Jahre als Research Fellow of Medicine an der Harvard Medical School in Boston/USA. Dabei war er keineswegs immer auf seine jetzige Forschungsstrecke festgelegt. "Das hat sich so ergeben", meint er, "aber wenn einen die Virologie erst einmal gepackt hat..." Spätestens mit seiner Habilitation "Eigenschaften der HIV-spezifischen zytotoxischen T-Lymphozytenantwort" waren dann die Weichen endgültig gestellt.

An Leipzig reizen ihn besonders die hervorragenden Arbeitsmöglichkeiten am Max-Bürger-Forschungs-Zentrum und die wissenschaftlichen Kontakte innerhalb der Medizinischen Fakultät, aber auch zur Veterinärmedizin und zur Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie. In der Lehre hat er es übrigens nicht nur mit Medizinstudenten zu tun, sondern auch mit Biologiestudenten, die er u. a. in Laborpraktika betreut.

Aber auch die Stadt hat es dem Stadtmenschen Jassoy angetan. "Leipzig bietet viel Kultur und Freizeitmöglichkeiten für jeden Geschmack", weiß er zu schätzen. Das bedeutet viel Abwechslung für ihn, seine Frau und seine drei Kinder, denen er seine sparsam bemessene Freizeit widmet, denn: "mein Hobby ist meine Familie", scherzt er.