Was ändert der Computer im Operationssaal?

Pressemitteilung vom 10.07.2003
Das 1. Leipziger Forum für Computer- und Robotergestützte Chirurgie ist einer Vision auf der Spur, die eine der revolutionären Entwicklungen in der Medizin umreißt: operative Eingriffe mit Unterstützung von Informations- und Kommunikations-Technologie, Mechatronik und Robotik. Als einer der führenden Standorte auf diesem Gebiet in Deutschland bekam Leipzig jetzt vom BMBF und Freistaat Sachsen den Auftrag, ein Konzept für den Aufbau eines Kompetenzzentrums Computer- und Robotergestützte Chirurgie zu erstellen. Auf dem 1. Leipziger Forum, das offen ist für alle interessierten Leipziger, wird das Konzept vorgestellt.
Zeit 17. Juli 2003, 16:00 Uhr
Ort Alte Handelsbörse Leipzig
Naschmarkt 2

Der Computer im Operationssaal kann für einen Patienten sehr viel bedeuten, u.U. sogar, dass ihm überhaupt geholfen werden kann. Dazu Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie der Universität Leipzig: "Mit Hilfe der Computernavigation können wir uns z. B. in Bereiche vorwagen, die bisher unantastbar waren, weil das Risiko für den Patienten viel zu hoch war. Gerade auf so subtilen Gebieten, wie sie die gesamte Kopfchirurgie darstellt, eröffnet die computer- und robotergestützte Chirurgie dem Operateur Möglichkeiten sicherer, d. h. komplikationsärmer und besser Patienten zu behandeln.


Was ändert der Computer im Operationssaal?

Hierzu gehören u. a. Operationen von Hirntumoren im Bereich wichtiger Hirnfunktionsareale, die Sprache und Kraft betreffen, aber auch endoskopische Schlüssellocheingriffe z. B. zur Behandlung eines Hydrozephalus. Die genannten Operationen wären ohne die neuen technischen Möglichkeiten nicht denkbar. Die Frage "Was ändert der Computer im Operationssaal?" ist aber noch unter einem anderen Gesichtspunkt interessant: der Interdisziplinarität. Die mit der zunehmenden Automatisierung aller Prozesse im Operationssaal sind nur zu lösen unter Einbeziehung von Spezialisten verschiedener Fachdisziplinen. So wundert es nicht, dass ausgerechnet der Berliner Experte für Computergrafiken von der Technischen Universität Berlin, Prof. Dr. Heinz U. Lemke, sich dieses Themas auf dem Forum annimmt


Arbeitsgruppe Bildgestützte Chirurgische Navigation

Interdisziplinär ist auch die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Bildgestützte Chirurgische Navigation (ISGN) die seit einigen Jahren in Leipzig angesiedelt ist. Die Gruppe hat sich durch fundierte wissenschaftliche und klinische Arbeit international einen Namen gemacht hat. Diese Gruppe unter Leitung von Prof. Meixensberger ist jetzt beauftragt, das Konzept für das Kompetenzzentrum Computer- und Robotergestützte Chirurgie auszuarbeiten. Prof. Meixensberger stellt das Konzept auf dem Forum vor. Darin wird das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten von PC und Robotik abgesteckt, das von dreidimensionalen Darstellungen der Computer- und Magnetresonanztomografie-Daten als "gläserner Patient" über Navigationssysteme für eine verbesserte minimal-invasive chirurgische Orientierung bis hin zu robotischen Assistenzsystemen reicht. Klargestellt wird auch die Notwendigkeit, etablierte Fachgrenzen zu überwinden: Chirurgen, Ingenieure, Radiologen, Physiker, Informatiker, Mathematiker, Wirtschaftswissenschaftler aus Theorie und Praxis sind die Experten, die das Konzept umsetzen müssen.

Das Forum endet mit einem Rundtischgespräch zum Thema: High-Tech-Medizin aus Leipzig.