Herzzentrum Leipzig führt Frühjahrstagung durch

Pressemitteilung vom 23.05.2003
Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr konservative und interventionelle Behandlungsstrategien. Ein Beitrag befasst sich mit dem gegenwärtigen Stand bei der Entwicklung von Kunstherzen.
Zeit 23. Mai 2003, 14:00 Uhr
Ort Herzzentrum Leipzig, Strümpellstraße 39

Laut Prof. Schuler, Direktor der Klinik für Innere Medizin / Kardiologie am Herzzentrum der Universität Leipzig, finden dazu am Freitag acht Symposien zu verschiedenen Themenschwerpunkten statt. Parallel dazu wird ein Workshop für medizinisches Assistenzpersonal durchgeführt. Am Sonnabend konzentriert sich das Programm auf die Hauptsitzungen in den Bereichen Kardiologie, Rhythmologie und Angiologie. Beabsichtigt ist es, Live-Demonstrationen aus dem Katheterlabor und dem Operationssaal zu bringen, um so einen praxisnahen Einblick in die Arbeit des Herzzentrums zu geben. Es werden mehr als 600 niedergelassene Ärzte und Klinikärzte erwartet.

Auf dem Symposium II werden beispielsweise neue Konzepte zur Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz vorgestellt. So zeigt Dr. Krakor von der Klinik für Herzchirurgie Möglichkeiten der modernen medizinischen Entwicklung bei der Verwendung von Kunstherzen auf. Von besonderem Interesse ist eine Neuentwicklung, die seit etwa sechs Monaten auch an der Leipziger Klinik angewandt wird. Es handelt sich hier um ein Herzunterstützungssystem, das aufgrund seiner geringen Größe vollständig im Brustkorb implantiert wird. Diese neue Generation von Kunstherzen mit einer längeren Verweildauer wurde von einer Berliner Firma entwickelt und ist seit einem Jahr in der klinischen Praxis.

Dieses Kunstherz soll den Patienten solange Sicherheit geben, bis ein passendes Organ vorliegt und die Herztransplantation durchgeführt werden kann. In Abhängigkeit von der Organverfügbarkeit beträgt die durchschnittliche Verweildauer zwischen 1 bis 3 Monaten, es gab aber auch schon Patienten, die bis zu zwei Jahren mit dem Kunstherzen leben mussten. In der Leipziger Klinik werden im Jahr etwa 30 Herztransplantationen durchgeführt, Unterstützungssysteme werden bei etwa 10 bis 15 Patienten benötigt. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass dies für viele Patienten die einzige Option der Lebenserhaltung ist, konnten bisher gute Erfahrungen mit dem neuen Kunstherzen gewonnen werden.